Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind derzeit 50-75% aller Krebserkrankungen durch Maßnahmen der primären und sekundären Prävention vermeidbar. Dementsprechend hat die Prävention das bei weitem größte Potenzial, die Krebssterblichkeit zu senken. Innerhalb der letzten 10 Jahre konnten Hochrisikogene für das Kolon-, Mamma- und Ovarialkarzinom identifiziert werden. Diese sind für 3-5% der Erkrankungsfälle verantwortlich und die meisten von ihnen werden autosomal dominant vererbt. Jedoch ergaben epidemiologische Studien Hinweise dafür, dass komplexe multiple niedrig penetrante genetische Faktoren in bis zu 20 - 40% der Krebsfälle eine Kernursache darstellen könnten. Erste Ergebnisse, die mittels genomweiter Hochdurchsatzanalysen gewonnen wurden, haben dies kürzlich bestätigt. Zudem gibt es zunehmende Hinweise darauf, dass genetische und Umweltfaktoren sowohl die Penetranz als auch die Expression von Krebserkrankungen beeinflussen. Unsere Ziele sind daher
Die Unikliniken Köln und Bonn haben folgende in den Bereichen der prädiktiven Genetik und präventiven Onkologie etabliert.
Zentrum für erblichen Darmkrebs des Universitätsklinikums Bonn
Terminvereinbarung und Information:
FAP-/HNPCC-Sprechstunde
Sigmund-Freud-Str. 25
53105 Bonn-Venusberg
Telefon: 0228 /287-15332
Fax: 0228 / 287-16887
E-Mail: cio[at]ukb.uni-bonn.de
URL: http://humangenetics.uni-bonn.de/forschung/erbliche_darmkrebskrankheiten/index_ger.html
Schwerpunkt Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln
Terminvereinbarung und Information:
Ute Strobel
Telefon: 0221 478-86509
Telefax: 0221 478-86510
E-Mail: zentrum-familiaerer-brustkrebs@uk-koeln.de
URL: http://cms.uk-koeln.de/brustzentrum/content/team/intlinks/index_ger.html
Die Zentren für HNPCC und HBOC befassen sich unter anderem mit der Evaluation von Präventionsmaßnahmen und neuer therapeutischer Substanzen. Beide Zentren sind führend an der Konzeption strukturierter Präventionskonzepte beteiligt, welche eine Finanzierung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung erfahren. Für die Auswertung multimodaler Imaging-Techniken existiert eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für radiologische Diagnostik.
Das HBOC Zentrum hat die Bildung einer Selbsthilfegruppe für erblichen Brust- und Eierstockkrebs vorangetrieben, die zwischenzeitlich etabliert ist und von der Deutschen Krebshilfe unterstützt wird. Die Selbsthilfegruppe gründet derzeit Lokalgruppen in allen 12 Zentren für HBOC und hat eine internet-basierte Plattform geschaffen, die seit Anfang 2009 online ist (www.brca-netzwerk.de). Dieses hervorragende Angebot ergänzt nun unsere klinische Arbeit um den wertvollen Erfahrungsaustausch unter den Betroffenen.
Ein Problem bei der Betreuung von Personen mit einer erblichen Belastung für Brust-, Eierstock- und Darmkrebs stellt weiterhin die mangelnde Kenntnis über solche Risiken in der Allgemeinbevölkerung dar. Dies betrifft vor allem sozial schwache Schichten, die somit derzeit eine schlechtere Betreuung erfahren. Um hier Abhilfe zu schaffen, planen das HBOC und das HNPCC Zentrum zusammen mit weiteren Akteuren des Gesundheitswesens derzeit ein Modellprojekt zur Einführung und Evaluation eines Fragebogens, der zur flächendeckenden Erfassung von Risikopersonen über geeignete Zugangs- und Informationswege dienen könnte.
Die HNPCC- und HBOC-Konsortien haben eine eigene Referenzpathologie etabliert, die Prof. Dr. Reinhard Büttner leitet. Für das Genexpressions-Profiling konnte die bisher einzige umfassende Gewebebank geschaffen werden. Das HBOC-Zentrum hat eine DNA-Bank mit über 1.500 BRCA1 oder BRCA2 positiven DNA-Proben zur Untersuchung aus allen Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs in Deutschland für die Erforschung von modifizierenden Genen eingestellt. In Zusammenarbeit mit weiteren Zentren führt das HBOC-Zentrum eine Genom-weite SNP-Chip-basierte Analyse auf neue Suszeptabilitätsgene bei BRCA 1/2-negativen Familien durch. Auf der Grundlage einer umfassenden Bevölkerungskohorte von Familien mit atypischen Polyposissyndromen wird von Prof. Dr. Markus Nöthen in Bonn ein genomweites Mapping initiiert.
Für diese Forschungsaktivitäten bietet die Genomics-Einheit eine Plattform für die genomweite Massenanalyse von Suszeptabilitätsgenen mittels hypothesenfreier Testverfahren (Affymetrix- und Illumina Chip-Technology). Die Aktivitäten stützen sich hierbei auf die hohe Expertise bei komplexen genetischen Erkrankungen und auf dem Gebiet der genetischen Epidemiologie. Unterstützung bietet Prof. Dr. Thomas Wienker, Leiter der Abteilung Epidemiologie des Instituts für Medizinische Biometrie, Informatik und Epidemiologie (IMBIE) in Bonn.
Die bahnbrechenden Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Gentechnologie der letzten 10 Jahre haben unser Verständnis für Krebserkrankungen deutlich vergrößert und führen zu klinisch anwendbaren präventiven Konzepten. Diese Anwendung kann nur in interdisziplinären und hoch spezialisierten Zentren erfolgen. Die hier dargestellte Etablierung eines Zentrums für erbliche Krebserkrankungen (Centre for Hereditary Cancer Syndromes) innerhalb des Centrums für Integrierte Onkologie Köln Bonn ist in diesem Zusammenhang wegweisend in Deutschland und wird eine Spitzenstellung sowohl in der Grundlagenwissenschaft als auch der klinischen Forschung ermöglichen. Ein wesentliches Ergebnis der Erforschung hereditärer Krebserkrankungen besteht in der Erkenntnis, dass die meisten sporadisch auftretenden Karzinome aus somatischen Mutationen entstehen, welche auch für hereditäre Krebserkrankungen ursächlich sind. Daher stellen hereditäre Krebserkrankungen ein ausgezeichnetes Modell zur Krebsursachenforschung dar.

Abbildung: Suche nach neuen Prädispositionsgenen
In einem Notfall benötigen Sie rasche Hilfe. Dazu gibt es die folgenden Möglichkeiten:
Standort Köln:
Universitätsklinikum Köln
Telefon: 0221 / 478-0
Standort Bonn:
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228 / 287-15332
© 2010 CIO Köln Bonn - Alle Rechte vorbehalten - intern - Impressum - Datenschutzerklärung - Sitemap