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10.07.2010 Uniklinik Köln

Sterben, Tod und Trauer für Schüler


Eltern und Mitschüler der CJD Christophorusschule Königswinter waren entsetzt: Das ist doch ein viel zu schwieriges Thema! Die beiden Schülerinnen Judith Leyens und Sarah Rosener schreckte das nicht ab und sie kamen zwei Wochen lang vor den Sommerferien auf die Palliativstation um hier den Umgang mit unheilbar erkrankten Menschen kennen zu lernen. Die beiden erarbeiteten ein Projekt, dass sie zum Abschluss ihres Praktikums im Zentrum für Palliativmedizin vorstellten. Der Schwerpunkt des Projekts war aufgrund ihrer Vorerfahrung schnell gefunden. Denn die Reaktionen der Eltern und Mitschüler verdeutlichten ihnen, dass bei vielen Menschen Vorurteile gegenüber Tod und Sterben abgebaut werden müssen. Der Titel lag für die beiden Schülerinnen auf der Hand: "Sterben, Tod und Trauer für Oberstufenschüler". Über das Ende des Lebens sprechen, mit Mitschülern, Lehrern und Eltern, dabei allen Beteiligten Raum geben, eigene Erfahrungen einzubringen und das ohne die Sorge "uncool" zu sein oder sich verletzbar zu machen. Ein Projekt, dass die beiden derart begeistert, dass sie es in Zusammenarbeit mit Nicole Nolden vom Zentrum für Palliativmedizin Köln nach den Ferien an einer Schule umsetzen wollen. Während der Sommerferien werden beide weiter an dem Konzept arbeiten, und am liebsten wollen sie dann ein weiteres Praktikum auf der Palliativstation absolvieren.

Judith und Sarah sehen eine große Chance im Austausch zwischen jungen Menschen und Sterbenden. Beide können voneinander lernen, wenn nur die Schwellenangst überwunden wird. Um das zu erreichen, könnten Jugendliche auf der Palliativstation musizieren oder Theaterstücke aufführen. Die Patienten könnten den Schülern aus ihrem Leben erzählen und die Schüler an ihrer Lebenserfahrung teilhaben lassen. Bei solchen Gesprächen kommen schnell auch eigene Leiderfahrungen hoch. Daher soll ein wichtiger Teil des Projekts auch die Beschäftigung mit Krisenintervention und Bewältigungsstrategien sein.
Diesen Umgang mit eigenen, schmerzlichen Erfahrungen haben die beiden mit einem besonders großen Anteil eingeplant. Aber jede Krise birgt auch Möglichkeiten: "Dann können Schüler und Eltern gestärkt aus der Krise herausgehen", fasst Judith Leyens ihre Einsicht zusammen. Sarah Roesner entwarf zur ersten Information über das Vorhaben ein Faltblatt, mit dem sie unkompliziert und unverbindlich über das Konzept von Sterben, Tod und Trauer für Oberstufenschüler" informiert. Darin spricht sie auch ganz direkt mögliche Ängste und Vorurteile an. "Der Flyer soll beruhigen und Druck nehmen". Er könnte nicht nur an interessierte Schüler und ihre Eltern verteilt werden, sondern auch auf dem Hospiztag oder bei Informationsveranstaltungen.

Die beiden Schülerinnen wollen Ärztinnen werden. Das stand schon vor dem Praktikum fest. Aber die Art, wie auf der Palliativstation miteinander im Team und mit den Patienten umgegangen wird, war eine ganz wesentliche Erfahrung für die beiden: "Hier wird mit jedem Einzelnen diskutiert und gesprochen. Der Einzelne zählt, nicht eine Gruppe" fasst Judith ihre wichtigste Erkenntnis zusammen. Und Sarah schildert ihr intensivstes Erlebnis: "Ich kam mit sehr gemischten Gefühlen hierhin, mit Angst und Befürchtungen. Aber mit dem ersten Patientenkontakt hat es einen Schlag getan ... und ich kam lächelnd aus dem Zimmer heraus."

Fotos und weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.palliativzentrum-koeln.de


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