Als Stoma (künstlicher Darmausgang; Anus praeter) wird eine künstlich geschaffene Verbindung zwischen dem Darm und der Bauchdecke bezeichnet. Ein Stoma, das vom Dickdarm ausgeht, wird als "Colostoma" bezeichnet, ein Dünndarmstoma als "Ileostoma". Durch diese Öffnung in der Bauchdecke kann sich der Stuhl entleeren. Da dies unwillkürlich geschieht, die Ausscheidung also vom Betroffenen nicht mehr kontrolliert werden kann, wird der abgehende Stuhl in speziellen Kunststoffbeuteln aufgefangen, die auf die Haut um das Stoma geklebt werden. Diese sind geruchs- und flüssigkeitsdicht und werden nach Bedarf gewechselt.
Alternativ ist es bei einem Colostoma auch möglich, den Darm mittels eines Einlaufs über das Stoma (Irrigation) zu einer kontrollierten kompletten Entleerung zu bringen. Weil dann innerhalb von 24 Stunden meist keine weiteren Ausscheidungen erfolgen, kann das Stoma dann durch ein unauffälliges Pflaster (Stomakappe) für die Zeit zwischen den Spülungen abgedeckt werden. Die Irrigation erspart also das Tragen eines Beutels.
Ein Stoma kann vorübergehend oder endgültig angelegt werden, in der Mehrzahl aber vorübergehend. Das vorübrgehend angelegte Stoma schützt den durch die Operation geschwächten unteren Darmabschnitt. So kann beispielsweise eine komplizierte Naht in Ruhe verheilen bis sie wieder belastbar ist. Das ist in der Regel nach ca. 3 Monaten der Fall bzw. nach Abschluss von eventuellen adjuvanten Therapien. Dann kann der künstliche Darmausgang wieder zurückverlegt werden. In den Fällen, in denen der Schließmuskel durch den Tumor schon in Mitleidenschaft gezogen ist, oder eine ausreichende Kontinenz nach der Operation nicht gesichert werden kann, kann ein dauerhafter Anus praeter notwendig sein.
Die Mehrzahl der Patienten mit Darmkrebs bekommt allerdings überhaupt keinen künstlichen Darmausgang oder „Stoma“.
Wenn Patienten gelernt haben, mit dem Stoma umzugehen, können sie grundsätzlich ein normales und aktives Leben führen. Familienleben, Kleidung, Reisen, Beruf, Hobbies, Sport, Schwimmen, Essen und Trinken – all das muss auch mit einem Stoma kein Problem darstellen. Voraussetzung ist, dass das Stoma mit den individuell am besten geeigneten Stomaversorgungsartikeln versorgt ist. Auch für Geschlechtsverkehr ist das Stoma kein Hinderungsgrund.
Es gibt speziell ausgebildete Pflegekräfte, sogenannte „Stomatherapeuten“, die Patienten schon im Krankenhaus zeigen können, wie sie mit dem künstlichen Darmausgang umgehen, und wie sie ihn versorgen müssen.
Gleichbetroffene Menschen in Selbsthilfegruppen können vielfältige hilfreiche Tipps zum Alltagsleben aus eigener Erfahrung beisteuern (ILCO).
In einem Notfall benötigen Sie rasche Hilfe. Dazu gibt es die folgenden Möglichkeiten:
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