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Erbliches Darmkrebsrisiko

Etwa jeder zehnte Darmkrebs gilt als erblich bedingt. Es gibt Familien, in denen Dickdarmkrebs gehäuft und in einem frühen Lebensalter auftritt. Es lässt sich heute für einen Teil dieser Menschen, eine genetische Veränderung als Ursache für dieses erhöhte Darmkrebsrisiko nachweisen. Der Familienstammbaum gibt erste Hinweise darauf, ob evtl. ein genetisch bedingtes, erhöhtes Risiko besteht. Zur weiteren Abklärung können dann ggf. spezielle weitere Tests durchgeführt werden. Diese Tests sind wertvoll, um weitere Betroffene innerhalb einer Familie zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko haben, bevor diese Erkranken. Diese Personengruppe sollten dann engmaschig medizinisch betreut werden, um Tumoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Es existieren verschiedene Formen erblicher Darmkrebs-Erkrankungen.

Die häufigste ist das sogenannte „HNPCC-Syndrom“. Bei dieser Form sind Reparatur-Gene defekt. Aufgrund des Defekts sind diese Patienten anfälliger für Krebs - nicht nur im Darm. HNPCC-Patienten erkranken häufiger im jüngeren Lebensalter, haben öfters Tumoren im aufsteigenden Teil des Dickdarms und können eine Reihe weitere Besonderheiten im Vergleich zu den sporadischen Kolorektalen Karzinomen aufweisen.

Einfacher zu diagnostizieren ist die „Familiäre Adenomatöse Polyposis“. Hier ist schon bei jungen Menschen der Dickdarm mit sehr zahlreichen Polypen übersäht. Anfangs erfolgen engmaschige Kontrollen des Darms mittel Darmspiegelung. Im jungen Erwachsenenalter wird häufig vorsorglich der gesamte Dickdarm operativ entfernt, weil zu diesem Zeitpunkt die Wahrscheinlichkeit einer bösartigen Entartung der Polypen stark zunimmt. Diese Operation ermöglicht es den Betroffenen ein beinahe normales Leben zu führen.

Der Standort Bonn bietet eine Sprechstunde zur familiären Darmkrebserkrankung an. Kontakt unter

FAP-/HNPCC-Sprechstunde (nach Vereinbarung)
Sigmund-Freud-Str. 25
53105 Bonn-Venusberg
Telefon: 0228 /287-15332
Fax:      0228 / 287-16887
cio[at]ukb.uni-bonn.de

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