Beeindruckende Fortschritte in der Genomanalyse haben die Entwicklung einer neuen Klasse von Krebsmedikamenten ermöglicht. Diese wirken gezielt an Stellen gestörter Informationsübertragung in der Krebszelle. Daher nennt man sie auch „gezielte Medikamente“, meist wird hierfür der englische Ausdruck „targeted drugs“ benutzt.
Gegenwärtig finden sich zwei Gruppen von „targeted drugs“ im klinischen Einsatz.
Zu der ersten Gruppe zählen die monoklonalen Antikörper. Die monoklonalen Antikörper sind Medikamente, die Eiweißstoffen der körpereigenen Immunabwehr ähneln. Sie wirken gezielt auf Empfängermoleküle, die sogenannten Rezeptoren, auf der Oberfläche von Krebszellen. Monoklonale Antikörper werden als Infusionen verabreicht.
Bei der zweiten Gruppe handelt es sich um Medikamente, die gezielt eine Informationsübertragung durch Enzyme in der Krebszelle blockieren. Da es sich bei den Enzymen meist um sogenannte Kinasen handelt, nennt man diese Medikamente auch Kinaseinhibitoren. Diese Medikamente sind sehr kleine Moleküle, die als Tabletten verabreicht werden können. Häufig wird hier auch die englische Bezeichnung „small molecules“ benutzt.
Sowohl monoklonale Antikörper als auch „small molecules“ werden zurzeit bei vielen Krebserkrankungen getestet. Einige dieser Medikamente sind auch schon in Europa unter festgelegten Bedingungen zur Behandlung bestimmter Krebserkrankungen zugelassen, d. h. sie können auf Rezept in einer normalen Apotheke bestellt werden. Eine große Zahl dieser Medikamente wird zurzeit in klinischen Studien getestet.
Beim Darmkrebs werden derzeit unterschiedliche Antikörper routinemäßig eingesetzt.
Weitere targeted drugs werden im Rahmen klinischer Studien im Centrum für Integrierte Onkologie getestet. Ihr behandelnder Arzt wird Sie über die Möglichkeiten einer Studienteilnahme aufklären und Ihnen alle Vorteile ausführlich erläutern.
In einem Notfall benötigen Sie rasche Hilfe. Dazu gibt es die folgenden Möglichkeiten:
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