Eine schwere Erkrankung kann seelische Reaktionen auslösen, die sich in einem Gefühl des „Angespanntseins“ oder innerer Unruhe äußern können. Zukunftsängste, unausgesprochene Konflikte, Einsamkeit oder die Frage nach dem „Warum“ treten zu der Sorge um die zurückbleibenden Angehörigen. Körperliche Symptome sind Zittern, Schwitzen, Herzrasen oder ein Ansteigen des Blutdrucks und können auf Ängste und seelische Nöte hinweisen. In Einzelfällen kann es zu Schwindelgefühl, Übelkeit und allgemeiner Schwäche kommen.
Leichte Beschwerden lassen sich durch das Schaffen einer vertrauten Atmosphäre oft beheben. Die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden, das Mitbringen von persönlichen Gegenständen sowie das Hören der individuellen „Lieblingsmusik“ tragen zur Wiederherstellung der inneren Ruhe und Gelassenheit bei. Stützende und beruhigende Gespräche mit einfühlsamen und speziell geschulten Personen, wie z.B. Seelsorgern, Ärzten oder Psychologen helfen ebenfalls. Die zusätzliche Einnahme von Medikamenten kann in einigen Fällen hilfreich.
Als „Depression“ wird umgangssprachlich ein Zustand psychischer Niedergeschlagenheit bezeichnet. Depressive Phasen können während der Krankheitsphase immer wieder auftreten und sich mit Zeiten der Hoffnung und Inneren Stärke abwechseln. Ob es sich bei einer Phase der Niedergeschlagenheit und gedrückten Stimmung tatsächlich um eine Depression handelt, oder ob es eine vorübergehende Missstimmung ist sowie ob eine medikamentöse Behandlung erforderlich ist, sollten Sie individuell mit Ihrem Arzt entscheiden. Ihre subjektive Wahrnehmung sowie Ihr Leidensdruck spielen hier eine zentrale Rolle.
Eine Depression kann sich sehr unterschiedlich äußern. Von Trauer über Verzweiflung und Wut bis hin zu Lähmung, Sinn- und Hoffnungslosigkeit sind alle Emotionen möglich. Auslöser für diese Reaktionen können die Eröffnung der Krebsdiagnose, Rezidive, Verschlechterungen der Krebserkrankung oder Misserfolge in der Therapie sein. Zudem kann der Verlust körperlicher Funktionen sowie sozialer Bindungen und Rollen natürlich auch zu schmerzhaften seelischen Symptomen führen.
Üblicherweise sind depressive Phasen auf die krankheitsbedingte Belastung zurückzuführen. Sie dienen als innerer Schutzmechanismus um mit der Situation um zugehen. Wird dieser Zustand jedoch zu einer Dauerreaktion so kann an die Stelle schmerzlicher oder trauriger Gefühle eine bleierne, lähmende Stimmung treten. Typisch ist in dieser Situation der Verlust jeglichen Interesses mit dem Verlust der Lebensfreude gepaart. Auch Konzentration und Merkfähigkeit können in unterschiedlicher Ausprägung betroffen sein. Dazu können Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, bis hin zu Selbstmordgedanken kommen.
Wichtig ist, dass Sie über diese Gefühle sprechen und ihr Umfeld in ihre Gedanken mit einbeziehen. Reden hilft die Gedanken zu Ordnen und Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen, die sie stützen. Dies können ihre Angehörigen, Ärzte Schwestern oder andere Menschen aus dem Umfeld sein. Auch ein Gespräch mit einem Seelsorgen oder Psychologen kann Ihnen helfen wieder neuen Lebensmut zu schöpfen. In bestimmten Fällen, können auch Medikamente (Antidepressiva) zum Einsatz kommen. Die Behandlung mit Antidepressiva orientiert sich an der Schwere und der Dauer der depressiven Erscheinung, ersetzt jedoch nicht die persönliche Betreuung. Bevorzugte Substanzgruppen der medizinischen Behandlung einer Depression sind sogenannte „selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer“ (SSRI) und „trizyklische Antidepressiva“.
In einem Notfall benötigen Sie rasche Hilfe. Dazu gibt es die folgenden Möglichkeiten:
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