Von Marie-Anne-Schlolaut, 22.02.10, 08:19h
Diagnose mit Todesangst - Hirntumor. Diese lähmende Furcht ist es, die Professor David Servan-Schreiber, Hirnforscher, Tumor-Patient, Psychiater, Bestseller-Autor von „Das Anti-Krebs-Buch“ beschreibt: „Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass es einen Club der Lebenden gab und man mir signalisierte, dass ich nicht mehr Mitglied war.“
Servan-Schreiber, Lehrstuhlinhaber an der Universität von Pittsburg, hatte sich eigentlich mehr aus Spaß in den Computertomographen gelegt, weil für eine Studie einer der bestellten Studenten nicht gekommen war. Anstelle des Gehirns des anderen wurden seins gecheckt - gefunden wurde der Tumor. Das war vor 15 Jahren. Der Mediziner wurde operiert, erlitt einen Rückfall und stellte danach sein Leben komplett um. Schonungslos, aber voller Lebensenergie schreibt der Mediziner über seinen Gehirntumor, über Krebs. Die Kombination aus „Schulmedizin“, also Operation, die Stärkung der Abwehrkräfte, der „natural killers“, haben ihn bis jetzt gesund erhalten.
David Servan-Schreiber wird mit Professor Volker Sturm, Gehirnchirurg und Leiter der Klinik für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie in Köln, sowie Professor Josef Beuth, Experte für Naturheilverfahren und Institutsleiter in Köln, am Freitag, 5. März, auf Einladung des Kölner Stadt-Anzeiger ins „studio dumont“ kommen zur Veranstaltung „Hirntumor - Lebenschancen“. Mögliche Anzeichen eines Gehirntumors können „neurologische oder psychische Ausfälle sein,“ so Volker Sturm, „je nachdem, auf welche Region des Hirns der Tumor drückt oder in welche Region er einwächst“. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Lähmungserscheinungen im Gesicht, an Händen und Armen sind häufige Folgen. Die meisten Tumore entstehen aus Gliazellen, die das Stützgerüst für Nervenzellen bilden und somit indirekt dafür verantwortlich sind, dass Informationen im Gehirn verarbeitet, gespeichert und weitergeleitet werden. „Tumore im Hirn müssen aber nicht immer bösartig sein,“ sagt Sturm. Wie auch immer sie geartet sind und wo auch immer sie wachsen, sie müssen meist operativ entfernt werden, gefolgt von Strahlen- oder Chemotherapie. Die operativen Möglichkeiten sind mittlerweile so ausgefeilt, dass gute Heilungschancen bestehen. Beim stereotaktischen Verfahren werden der Kopf des Patienten und die Instrumente in einem festen Rahmen fixiert, um punktgenau operieren zu können. Ähnlich auch die radioaktive Methode, die die Strahlen direkt in den Tumor leitet. Mit Professor Roland Goldbrunner, Direktor der Klinik für allgemeine Neurochirurgie in Köln, sind seit Sommer 2009 auch fluoreszenzgestützte Operationen möglich geworden. Der Tumor wird „eingefärbt und leuchtet“, so dass auch seine Ausläufer präzise entfernt werden können.
Tumore, die sich nicht behandeln lassen, sind eher selten geworden. „Ein Hirntumor ist kein Grund, in Todesangst zu verfallen,“ sagt Sturm. Hundertprozentig vorbeugend schützen kann sich niemand gegen einen Tumor, aber den Krebszellen kann das Leben gezielt schwer gemacht werden.
So werden Patienten von Volker Sturm und Roland Goldbrunner auch zu Patienten von Professor Josef Beuth, der Wege zeigt, um den Körper und dessen Abwehrkräfte zu stärken. Genau das, was David Servan-Schreiber zur Lebensmaxime gemacht hat. „Mit der richtigen Ernährung und Bewegung lässt sich das Krebsrisiko um 30 bis 50 Prozent senken,“ sagt Beuth. Zuallererst: Übergewicht senken. Durch zu viel Körperfett steigt das Risiko für Brust- und Prostatakrebs. Beuth: „Im Fettgewebe werden unter anderem Hormone produziert, die das Wachstum hormonabhängiger Tumore anregen.“ Während Normalgewichtige mit intaktem Stoffwechsel alles ohne Reue genießen können, sollten Übergewichtige vorsichtig sein. Beuth: „Wenn übergewichtige Menschen zuviel zuckerhaltige Produkte essen, hat es der Zucker schwer, in die Zellen zu gelangen. Der Körper reagiert dann mit zusätzlicher Ausschüttung von Insulin, um den Zucker in die Zellen zu transportieren. Zu viel Insulin aber fördert das Wachstum von Krebszellen.“
Absolut abzulehnen sind dagegen Diäten zur Krebsvorbeugung oder -therapie, die alles verbieten, was Zucker beinhaltet. „Krasser Unsinn,“ sagt Beuth, „denn alles, was wir essen, wird im Körper zu Zucker umgewandelt. Ohne Zucker können Körperzellen nicht leben.“ Zusätzlich zur Reduzierung des Gewichtes ist die richtige Ernährung von zentraler Bedeutung. Obst, Gemüse, Getreide, vor allem Vollkorn, die Vitamine, Spurenelemente sowie sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, sind Dreh- und Angelpunkt des Prinzips. Der rote Farbstoff in Tomaten und rotem Paprika beispielsweise ist der ideale Fänger für Freie Radikale, die aggressiven Sauerstoffverbindungen, die die Zellen schädigen. „Studien empfehlen drei Mal pro Woche den Verzehr von Tomaten beziehungsweise Tomatenprodukten, um Prostata-Krebs vorzubeugen.“ Doch rot ist nicht immer gut: Zu viel rotes Fleisch erhöht das Darmkrebs-Risiko. Die empfohlene Menge von 500 Gramm pro Woche - Wurstwaren inklusive - sollte nicht überschritten werden. Auch während einer Krebstherapie ist der Lebensstil wichtig. „Wer durch die Krankheit oder Therapie zu viel Gewicht verliert, bei dem sind Strahlen- und Chemotherapie mit mehr Nebenwirkungen verbunden.“ Neben der Ernährung ist körperliche Aktivität wichtig. Während der Chemo- und Strahlentherapie kann mäßige, aber regelmäßige Bewegung das Müdigkeitssyndrom verhindern. Vorbeugend kann durch Sport die Tumorhäufigkeit um 30 bis 50 Prozent gesenkt werden.
In einem Notfall benötigen Sie rasche Hilfe. Dazu gibt es die folgenden Möglichkeiten:
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