last updated at 19.10.2019

HIT-HGG 2013

HIT-high-grade-glioma International cooperative Phase III trial of the HIT-HGG study group for the treatment of high grade glioma, diffuse intrinsic pontine glioma, and gliomatosis cerebri in children and adolescents < 18 years.

Status: Aktiv

ISRCTN EudraCT Clinicaltrials.gov DRKS
2013-004187-56

Diagnose

  • Hirntumore

Studienziel / Fragestellung

Primäres Prüfziel
  • Untersucht werden folgende Hypothesen:
    - 1. Die zusätzliche Verabreichung von Valproinsäure oder Chloroquin wirkt sich unterschiedlich stark auf das ereignisfreie Überleben in Patienten ≥ 3 Jahre mit paedHGG WHO IV

  • anaplastischem Astrozytom WHO III
  • DIPG oder Gliomatosis cerebri aus.
    - 2. Patienten ≥ 3 Jahre mit paedHGG WHO IV
  • anaplastischem Astrozytom WHO III
  • DIPG oder Gliomatosis cerebri
  • die zusätzlich mit Valproinsäure behandelt wurden
  • unterscheiden sich im Parameter ereignisfreies Überleben (EFS) von der historischen HIT-HGG-2007-Kontrollgruppe.
    - 3. Patienten ≥ 3 Jahre mit paedHGG WHO IV
  • anaplastischem Astrozytom WHO III
  • DIPG oder Gliomatosis cerebri
  • die zusätzlich mit Chloroquin behandelt wurden
  • unterscheiden sich im Parameter ereignisfreies Überleben (EFS) von der historischen HIT-HGG-2007-Kontrollgruppe.

Sekundäre Prüfziele
  • 1. Gibt es Unterschiede im Gesamtüberleben (overall survival

  • OS) und ereignisfreiem Überleben (EFS) der Patienten in der randomisierten Behandlungsgruppe in Abhängigkeit von der verabreichten Prüfsubstanz Chloroquin oder Valproinsäure (auch im Vergleich zur historischen HIT-HGG-2007-Kontrollgruppe) und bestehen Unterschiede in Bezug auf weitere Faktoren (Tumor-lokalisation
  • Tumor-Grading
  • Histonmutationen
  • referenzhistologischer Befund
  • Ausmaß der Tumor-resektion
  • Genetische Tumorprädispositionssyndrome
  • Zweitmalignome
  • Alter bei Diagnosestellung
  • Geschlecht
  • Rezidivbehandlung
  • Epilepsie und Biomarker)?
    2. Unterscheiden sich die drei Gruppen VPA
  • CQ und Standard (TMZ
  • historische Kontrollgruppe HIT-HGG-2007) in Bezug auf die Häufigkeit auftretender Toxizitäten?

Patientenmerkmale

Stadium

IV

Alter

-17

Ausschlusskriterien

Vom Studienprotokoll abweichende Vorbehandlung eines pädiatrischen hochgradigen Glioms (WHO Grad IV), ana-plastischen Astrozytoms (WHO Grad III), (radiologisch gesicherten) diffusen intrinsischen Ponsglioms und (radiologisch gesicherter) Gliomatosis cerebri.

Bekannte Allergien/Überempfindlichkeit gegen die Studienmedikation und/oder Dacarbazin und/oder 4-Aminoquinolin-verwandte Substanzen (Hydroxychloroquin, Amodiaquin)


Eine vorausgegangene Chemotherapie innerhalb der letzten 30 Tage vor Beginn der Behandlung nach HIT-HGG-2013, oder Bestrahlung, welche die protokollgerechte Durchführung der Radiotherapie entsprechend des vorliegenden Protokolls nicht mehr erlaubt. Dies gilt in erster Linie für Patienten mit einem therapieinduzierten hochgradigen Gliom nach vorausgegangener Behandlung eines anderen malignen Hirntumors, z. B. Medulloblastom, Ependymom oder Kraniopharyngiom. Sofern frühere onkologische Therapien der protokollgerechten Behandlung nicht entgegenstehen, können diese Patienten mit hochgradigem Gliom als Zweitmalignom an der HIT-HGG-2013 Studie teilnehmen.


• Andere (simultane) Malignome
• Schwangerschaft / Stillen
• Sexuell aktive Patienten, die eine zuverlässige Kontrazeption ablehnen (z.B. Orale Kontrazeption; Intra-uterinpessar, Kondome in Kombination mit Spermiziden)


• Aktuelle oder kürzlich (innerhalb der letzten 30 Tage vor Start der Behandlung nach HIT-HGG-2013) stattgefundene Behandlung mit einer anderen Studienmedikation oder Teil-nahme in einer anderen Behandlungsstudie.

AUSNAHME: Patienten können nach einem eventuellen zukünftigen Amendment der vorliegenden Studie neben der Radiochemotherapie mit Temozolomid in Kombination mit VPA oder CQ gegebenenfalls zusätzlich mit einer ziel-gerichteten Therapie (targeted therapy) behandelt wer-den. Diese Patienten werden dann innerhalb der rand-omisierten Behandlungsarme des vorliegenden Proto-kolls stratifiziert.

Klinische Hinweise (z. B. ein constitutional mismatch repair deficiency score ≥ 3; Wimmer et al. 2014) und/oder andere Hinweise (z. B. fehlende intratumorale immunhistochemi-sche Expression von mindestens einem der Mismatch-Repair-Proteine MLH1, MSH2, MSH6 und PMS2, und/oder eine hohe Mikrosatelliten-Instabilität) auf einen vorliegenden biallelischen (konstitutionellen) Mismatch-Repair-Defekt (bMMRD/CMMRD) oder einen vorliegenden heterozygoten Mismatch-Repair-Defekt (hereditäres nicht-polypöses Ko-lonkarzinom-Syndrome/HNPCC Syndrom/Lynch Syndrom): Diesen Patienten und ihren Verwandten sollte eine human-genetische Beratung angeboten werden. Außerdem sollte der Befund umgehend durch weitere genetische Untersu-chungen überprüft werden. Da diese Patienten wahrschein-lich nicht deutlich vom Behandlungskonzept der HIT-HGG-2013-Studie profitieren, sollten alternative Behandlungsme-thoden (Bouffet et al. 2016) in Betracht gezogen werden. Patienten mit klinischem Verdacht auf eine vorliegende Neurofibromatose (Typ 1) können die gleichen Symptome zeigen wie CMMRD-Patienten. Daher sollten sie auf eine möglicherweise vorliegende CMMRD hin untersucht werden.

 
• Sehr schlechter klinischer Allgemeinzustand mit Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung und/oder intravenösen Katecholamingabe und/oder schwerster neurologischer Schädigung vergleichbar einem Koma oder Tetraplegie mit vollständiger Aufhebung der Kommunikationsfähigkeit (Taubheit, Blindheit und Mutismus)


• Schwere Begleiterkrankung (z. B. schwerer angeborener Immundefekt); bekannte Tumorprädispositionssyndrome, die ein adäquates Ansprechen der Therapie nach HIT-HGG-2013 nicht beeinträchtigen, stellen kein Ausschluss-kriterium a priori dar

• Bekannte HIV-Positivität

• Schwerwiegende manifestierte Lebererkrankungen wie Porphyrie oder eine eigen- oder familienanamnestische schwere hepatische Dysfunktion, insbesondere medikamen-tenassoziiert

• Schwerwiegende Erkrankung der Bauchspeicheldrüse

• Tödliche Leberdysfunktion bei Geschwistern, die mit Valproinsäure behandelt wurden

• Bekannter Defekt des Harnsäurezyklus

• Schwerwiegenden Gerinnungsstörungen (im Fall einer Thrombopenie bitte vor Behandlungsbeginn die Grund-voraussetzungen zum Blutbild beachten)

• Retinopathie und eingeschränktes Gesichtsfeld (Ausnahme: Hirntumorbedingte Beeinträchtigung des Gesichtsfeldes)

• Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Favismus)

• Myasthenia gravis

• Bekannnte Porphyrie

• Der Einsatz von Valproinsäure im Rahmen der Behandlung einer vorbestehenden Epilepsie

• Der Einsatz von Chloroquin oder Hydroxychloroquin im Rahmen einer vorbestehenden medizinischen Indikation (Malaria, Lupus erythematodes oder andere Erkrankungen.

Einschlusskriterien

• Neu diagnostizierte, bisher unbehandelte und durch refe-renzhistologische Begutachtung bestätigtes hochgradiges diffuses Gliom (WHO Grad IV), anaplastisches Astrozytom (WHO Grad III).
• Neudiagnostiziertes, bisher nicht behandeltes und durch referenzradiologische Begutachtung gesichertes diffuses intrinsisches Ponsgliom.
• Neudiagnostizierte, bisher nicht behandelte, durch referenz-radiologische Begutachtung gesicherte Gliomatosis cerebri aller WHO-Grade
• Patientenalter bei Diagnosestellung ≥ 3 Jahre und < 18 Jah-re
• Schriftliche Einwilligung zur Studienteilnahme durch den Patienten bzw. dessen gesetzlichen Vertreter

Studiendesign

  • Multizentrisch
  • Phase III
  • Prospektiv
  • Randomisiert
  • Zweiarmig

Intervention

Operation, CHT, StrahlentherapieIn

In der vorliegenden Studie werden TMZ, VPA und CQ als Prüfpräparate untersucht.

Dokumente (passwortgeschützt)

Zuständigkeiten Gesamtstudie

Sponsor

  • Georg-August-Universität Göttingen

Prüfzentrum 1

 

  • Zentrum für Kinderheilkunde

Studienbüro

  • Pädiatrische Hämatologie/Onkologie

Prüfer (Hauptprüfer im Zentrum)

Dr. med. Carola Weber

Stellvertretender Prüfer

  • Dr. med. Gabriele Calaminus

Ärztliches Mitglied der Prüfgruppe

  • Dr. med. Stefan Schönberger
  • Dr. med. Ina Hainmann
  • Dr. med. Cathy Scholtes

Studienkontakt im Prüfzentrum

  • Prof. Dr. med. Dagmar Dilloo

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