last updated at 17.11.2017

(Primärer) Leberkrebs und Lebermetastasen

Diagnose und Therapie

Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, auch: HCC) ist in Deutschland eine eher seltene Erkrankung. Rund 8.300 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an primärem Leberkrebs. Es gibt keine spezifischen Symptome, die auf die Erkrankung hinweisen. Bösartige Lebertumoren werden meist relativ spät festgestellt und sind dann oft mit einer starken Schädigung des Organs verbunden. Je früher der Krebs daher festgestellt wird und je besser die Leberfunktion noch erhalten ist, desto günstiger die Prognose.

Bei den Lebermetastasen handelt sich nicht um Leberkrebs im eigentlichen Sinne. Die Metastasen in der Leber entstehen vielmehr durch Zellen, die sich von einem anderen Ursprungstumor abgelöst haben und mit dem Blut über Venen und Arterien in die gut durchblutete Leber gespült wurden. Häufig handelt es sich bei den Ursprungstumoren um Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Magenkrebs oder Speiseröhrenkrebs. Die Behandlung der Metastasen ist von ihrer Art und Anzahl - aber vor allem von dem Ursprungstumor abhängig.

Die Infektion mit Hepatitis B ist einer der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Leberkrebs. Die beste Möglichkeit, diesem Risiko vorzubeugen, ist die Impfung.

Lesen Sie mehr darüber auf den Seiten des  Robert-Koch-Instituts oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Ein primärer Leberkrebs entsteht zu einem Großteil der Fälle in Verbindung mit einer Leberzirrhose. Eine Leberzirrhose ist meistens durch eine chronische Erkrankung mit Hepatitis B oder Hepatitis C verursacht. Es gibt kein gesetzliches Früherkennungsangebot (Screening), aber Angehörige der Risikogruppen sollten sich unbedingt regelmäßig kontrollieren lassen.

Risikofaktoren für die Erkrankung mit Leberkrebs sind

  • Leberzirrhose
  • Hepatitis B
  • Hepatitis C
  • stark erhöhter Alkoholkonsum

Zertifizierte Behandlungsqualität

Die hohe Qualität der Versorgung und Behandlung unserer Leberkrebspatienten wird von der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich im Rahmen der Überwachung der Onkologischen Zentren überprüft und bestätigt.

Erstkontakt im CIO

Im ersten Gespräch mit den behandelnden Ärzten wird zunächst überprüft, ob der Patient zu einer der Risikogruppen gehört und alle wichtigen Informationen oder Befunde vorliegen. Falls nicht werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst. Alle weiteren Schritte der Behandlung werden ausführlich mit den Patienten besprochen.

Üblicherweise wird zur Sicherung der Diagnose eine Untersuchung mittels Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie durchgeführt. Zusätzlich kann noch eine Gewebeprobe entnommen werden, die im Labor von einem erfahrenen Pathologen untersucht wird.

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Experten aus den Fachdisziplinen Onkologie, Pathologie, Gastroenterologie, Chirurgie, Nuklearmedizin und Radiologie in den regelmäßig stattfindenden fachübergreifenden Tumorboards gemeinsam, um welchen Krebs es sich genau handelt und wie weit dieser fortgeschritten ist. Auf dieser Grundlage erarbeiten sie dann eine individuelle Behandlungsempfehlung für den jeweiligen Patienten. Ob ein Leberzellkarzinom beispielsweise operiert werden kann, hängt vor allem von der Größe und Lage des Tumors ab. Voraussetzung für eine gute Therapieentscheidung sind eine gute Diagnostik und viel Erfahrung bei der Interpretation der Ergebnisse – beides zusammen bildet die entscheidende Grundlage für die individuell richtige Therapieempfehlung.

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den so genannten S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen in den Köln/Bonner interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Die IOP Leberkrebs und die IOP Lebermetastasen passen ihre SOP regelmäßig an die neuesten Forschungsergebnisse sowie die Gegebenheiten an beiden Standorten an.

Unsere Ziele bei der Behandlung von Patienten mit Leberkrebs:

  • Eine optimale, interdisziplinär mit unseren Partnern im CIO und unseren Zuweisern abgestimmte Behandlung unserer Patienten auf der Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse
  • Eine umfassende menschliche Betreuung unserer schwerkranken Patienten in enger Abstimmung mit dem Zentrum für Palliativmedizin
  • Die Verbesserung der Prognose von Patienten mit Leberkrebs durch die Entwicklung personalisierter Therapieansätze und die Evaluation dieser in klinischen Studien

                        Leberzellkarzinom

Anzahl der aktuell aktiven Studien im CIO:
3

Klinische Studien zum Leberzellkarzinom

Die erfolgreiche Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in die Therapiekonzepte von Krebspatienten ist unser großes Anliegen. Damit unsere Patienten von den neuesten Forschungserkenntnissen profitieren, bieten wir ihnen - wenn möglich - die Teilnahme an klinischen Studien an. 

In den vergangenen Jahren haben insbesondere die neuen, auf molekularer Ebene wirkenden Medikamente, die Lebenszeit von Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs verlängert. Im Mittelpunkt der Studien stehen daher Einzel- und Kombinationstherapien mit diesem Tyrosinkinasehemmer. Eine Übersicht der Klinischen Studien im CIO erhalten Sie im CIO Studienregister.

Supportive Maßnahmen

Begleitend zur therapeutischen Behandlung der Erkrankung ermöglichen wir allen schwer erkrankten Patienten immer auch die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv.

Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit:

 CIO ambulance – Cologne +49 221 / 478-87660 · Bonn +49 228 / 287-17059