last updated at 22.08.2017

Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom)

Diagnose und Therapie

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr 15.000 Erwachsene an Nierenkrebs, rund 90 Prozent davon an einem so genannten Nierenzellkarzinom (Hypernephrom) auf. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen — das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt um das 70. Lebensjahr.

Zertifizierte Behandlungsqualität

Die hohe Qualität der Versorgung und Behandlung unserer Nierenkrebspatienten wird von der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich im Rahmen der Überwachung der Onkologischen Zentren überprüft und bestätigt.

Als Risikofaktoren für die Erkrankung an Nierenkrebs gelten:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Chronische Niereninsuffizienz

Die Heilungschancen von Nierenkrebs sind vergleichsweise günstig. Das hängt auch damit zusammen, dass Nierenkrebs in drei Viertel aller Fälle in einem relativ frühen Stadium erkannt wird — meist zufällig im Zusammenhang einer Ultraschalluntersuchung der Nieren.

Die Symptome des Nierenzellkarzinoms selbst sind eher uncharakteristisch oder machen sich erst spät bemerkbar:

  • Rötliche Färbung des Urins
  • Rückenschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Leistungsknick
  • Gewichtsverlust
  • Lymphknotenschwellungen

Diese Beschwerden können natürlich auch aus anderen Gründen entstehen und müssen nicht zwingend bedeuten, dass die Betroffenen an Nierenkrebs erkrankt sind. Bei länger anhaltenden Veränderungen empfehlen wir jedoch dringend, einen Arzt aufzusuchen. Wie bei den meisten Krebserkrankungen gilt auch beim Nierenkrebs: Je früher die Erkrankung entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen des betroffenen Patienten.

In einem ersten Schritt geht es darum, sicher festzustellen, ob es sich bei dem Verdacht wirklich um Nierenkrebs handelt.

                     Nierenzellkarzinom

Anzahl der aktuell aktiven Studien im CIO:
3

Erstkontakt

Im ersten Gespräch mit den behandelnden Ärzten wird daher zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst.

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Experten aus den Bereichen Onkologie, Urologie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie in den regelmäßig stattfindenden Tumorboards gemeinsam, um welchen Krebs es sich genau handelt und wie weit dieser fortgeschritten ist. Um einen Nierentumor eindeutig feststellen zu können, wird zunächst ein Ultraschall der Nieren und des Bauchraumes (Abdomen) gemacht. Je nach Funktionstätigkeit der Nieren wird dann eine Computertomografie (CT) oder ein Magnetresonanztomografie (MRT) der Nieren durchgeführt.

Auf der Basis dieser Erkenntnisse erarbeiten die Ärzte im CIO dann eine individuelle Therapieempfehlung für jeden Patienten. Die Voraussetzung dafür ist eine gute Diagnostik und viel Erfahrung bei der Interpretation der Ergebnisse.

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den Leitlinien der nationalen oder internationalen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen in den Köln/Bonner interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Die IOP Nierenzellkarzinom arbeitet an der Verbesserung der Maßnahmen zur Diagnose und Therapie dieser Erkrankung. 

Behandlung und klinische Studien

Die Wahl der Therapie ist immer abhängig davon, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Auch das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand der Patienten sind zu berücksichtigen. Beim Nierenzellkarzinom bietet eine Operation die beste Möglichkeit, um das Tumorgewebe vollständig zu entfernen. Sind aber bereits weiteres Gewebe und Lymphknoten befallen oder wurden Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Organen gebildet, werden zusätzlich andere Therapien eingesetzt. Zu nennen sind hier zielgerichtete medikamentöse Therapien z. B. mit Tyrosinkinasehemmern oder die Strahlentherapie.

Die Entstehung des Nierenzellkarzinoms ist einer der Forschungsschwerpunkte des Nierenforschungszentrums Köln (KRCC), das zur Klinik II für Innere Medizin der Kölner Uniklinik gehört.

Zur stetigen Verbesserung der Behandlung unserer Patienten mit Nierenkrebs führen wir klinische Studien durch. In diesen Studien werden zum Beispiel neue Medikamente oder innovative Behandlungsmethoden getestet. Welche klinischen Studien es momentan für Patienten mit einem Nierentumor gibt und unter welchen Voraussetzungen die Patienten teilnehmen können, erfahren Sie unter Klinische Studien.

Unsere Ziele bei der Behandlung von Patienten mit Nierenkrebs:

  • Eine optimale, interdisziplinär mit unseren Partnern im CIO und unseren Zuweisern abgestimmte Behandlung unserer Patienten auf der Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse
  • Eine umfassende menschliche Betreuung unserer schwerkranken Patienten in enger Abstimmung mit dem Zentrum für Palliativmedizin
  • Die Verbesserung der Prognose von Patienten mit Nierenkrebs durch die Entwicklung personalisierter Therapieansätze und die Evaluation dieser in klinischen Studien

Supportive Maßnahmen

Allen schwer erkrankten Patienten und ihren Angehörigen ermöglichen wir grundsätzlich die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Diese kann parallel zur therapeutischen Behandlung stattfinden. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv. Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit:

 CIO ambulance – Cologne +49 221 / 478-87660 · Bonn +49 228 / 287-17059