Neue Kombinationstherapie verdoppelt Überlebenszeit von Patienten mit Hautkrebs

Forscher der Uniklinik Köln konnten zeigen, dass die Kombination der Immuntherapie Ipilimumab mit einer Lokaltherapie die Überlebenszeit von Patienten mit metastasiertem Melanom gegenüber einfacher medikamentöser Therapie verdoppelt.

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe Radioimmunonkologie (RIO) am Centrum für Integrierte Onkologie (v.l.n.r.): Dr. Christian Baues, PD Dr. Max Schlaak, PD Dr. Sebastian Theurich und Prof. Dr. Dr. Michael von Bergwelt-Baildon. Bildrechte: Uniklinik Köln

Die Ergebnisse der retrospektiven Studie wurden nun im Journal „Cancer Immunology Research“ der renommierten American Association for Cancer Research veröffentlicht.
 
Die Autoren der Studie sind Mitglieder der Kölner Arbeitsgruppe für Radioimmunonkologie (RIO) am Centrum für Integrierte Onkologie Köln Bonn (CIO) an der Uniklinik Köln. Priv.-Doz. Dr. Sebastian Theurich, Priv.-Doz. Max Schlaak, Dr. Christian Baues und Prof. Dr. Dr. Michael von Bergwelt-Baildon haben gemeinsam mit schweizerischen Medizinern die Daten von 127 Melanom-Patienten, die mit Ipilimumab an vier Zentren in Deutschland und in der Schweiz behandelt wurden, analysiert.
 
„Das maligne Melanom ist eine sehr aggressive Form von Hautkrebs, aber die Immuntherapie Ipilimumab hat die Behandlung revolutioniert. Etwa 20 Prozent der Patienten, die allein mit Ipilimumab behandelt werden, sprechen dauerhaft auf die Therapie an. Obwohl dies gegenüber traditionellen Therapien bereits ein Fortschritt ist, suchen wir nach Möglichkeiten, wie noch mehr Melanom-Patienten von der Behandlung profitieren können“, so Priv.-Doz. Dr. Sebastian Theurich. Die Studie zeigte: Im Vergleich zu Patienten, die ausschließlich immuntherapeutisch mit Ipilimumab behandelt wurden, wiesen diejenigen Patienten, die zusätzlich eine lokale Therapie wie zum Beispiel Bestrahlung oder Elektrochemotherapie erhielten, eine signifikante Verlängerung der Überlebenszeit auf. Lokaltherapien kommen beim malignen Melanom bereits seit Langem im Rahmen einer palliativen Therapie zum Einsatz.

„Wird die Immuntherapie durch eine Lokaltherapie ergänzt, verdoppelt sich die mediane Überlebenszeit der behandelten Patienten von 42 auf 93 Wochen, ohne dass vermehrt Nebenwirkungen auftreten,“ erklärt Dr. Max Schlaak, Stellvertretender Leiter des Hauttumorzentrums der Uniklinik Köln. „Die Lokaltherapien scheinen die Immunantwort gegen die Krebszellen zusätzlich zu aktivieren und sind somit in der Lage, den Tumor auch an anderen Stellen im Körper zu bekämpfen“, ergänzt Priv.-Doz. Theurich. Für die Behandlung von Patienten mit malignem Melanom eröffnet die Kombination dieser Therapien ganz neue Möglichkeiten.
 
Ob die Kombination der Immuntherapie Ipilimumab und Lokaltherapien eine Behandlungsoption für alle Krebspatienten sein kann, wird die interdisziplinäre Kölner Arbeitsgruppe RIO weiter untersuchen. Die AG RIO ist 2016 aus der Arbeit an dieser Studie entstanden und untersucht nun alle Krebspatienten, die mittels Immuntherapie und Lokaltherapien im Centrum für Integrierte Onkologie behandelt werden. Die Mitglieder der AG RIO stammen aus den Bereichen der präklinische Forschung, Onkologie, Dermatologie, Strahlentherapie und Radiologie. Die Arbeit von Priv.-Doz. Theurich wurde von der Universität zu Köln im Rahmen einer Gerok-Rotationsstelle gefördert.

Originalarbeit:
Theurich S, Rothschild SI, Hoffmann M et al. Local Tumor Treatment in Combination with Systemic Ipilimumab Immunotherapy Prolongs Overall Survival in Patients with Advanced Malignant Melanoma Cancer Immunol Res; Published Online First July 27, 2016; doi:10.1158/2326-6066.CIR-15-0156
 
Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Referent Unternehmenskommunikation Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de
 

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