Letzte Aktualisierung: 01.09.2016

Akute Leukämien und myelodysplastische Syndrome

Die Behandlung der akuten Leukämien AML und ALL sowie von MDS gehört zu den klinischen Schwerpunkten im CIO.

Dank intensiver Forschungsarbeit haben sich die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen heute deutlich verbessert.

Wir bieten unseren Patienten das vollständige Spektrum hochwertiger Diagnostik sowie aller wissenschaftlich gesicherten, neuartigen Therapien an.

Die häufigste Form akuter Leukämien bei Erwachsenen ist die akute myeloische Leukämie (AML). Die AML ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems (Blutkrebs), bei der eine frühe Vorstufe einer (myeloischen) Zelle entartet und sich unkontrolliert vermehrt.

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist die häufigste Form der Leukämie im Kindesalter - sie tritt bei erwachsenen Menschen eher selten auf. Bei der ALL verändert und vermehrt sich eine frühe Vorstufe der Lymphozyten. Lymphozyten sind weiße Blutkörperchen und somit Teil des Immunsystems.

Bei beiden Formen breiten sich die Zellen auch im Knochenmark aus und behindern dort die Bildung gesunder Blutkörperchen. Über das Blut werden die veränderten Zellen weiter im Körper verteilt und können dort auch andere Organe befallen und schädigen.

Die myelodysplastischen Syndrome (MDS) beinhalten eine Reihe von Erkrankungen des Knochenmarks, bei denen ebenfalls zu wenig funktionstüchtige Blutzellen gebildet werden. Die einzelnen MDS-Formen unterscheiden sich hinsichtlich ihres Verlaufs, der Behandlungsmöglichkeiten und des Risikos, in eine akute Leukämie überzugehen. Die Erkrankung gehört zu den häufigsten Leukämien bei Erwachsenen und tritt vor allem bei Patienten über 60 Jahren auf.

Chronische lymphatische Leukämie

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) wird nicht mehr zu den klassischen Leukämien gerechnet. Onkologen ordnen sie heute den malignen Lymphomen zu, das sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems.

Erste Symptome

Die ersten Symptome einer akuten Leukämie oder des myelodysplastischen Syndroms sind meistens uncharakteristisch. Bei einer Häufung folgender Anzeichen empfehlen wir, ohne Zögern einen Arzt aufzusuchen:

  • Nasen- und Zahnfleischbluten
  • kleine, punktförmige Hautblutungen
  • häufige Infekte
  • scheinbar grundlose Gewichtsabnahme
  • verminderte Leistung
  • permanente Abgeschlagenheit

Mögliche Zeichen der Erkrankung sind außerdem Blutarmut oder geschwollene Lymphdrüsen. Akute Leukämien sind lebensbedrohliche Krankheiten, die sofort behandelt werden sollten.

Zertifizierte Behandlungsqualität

Die hohe Qualität der Versorgung und Behandlung unserer Leukämie-Patienten wird von der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich im Rahmen der Überwachung der Onkologischen Zentren überprüft und bestätigt.

Erstkontakt im CIO

Im ersten Gespräch mit den behandelnden Ärzten wird zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden die Experten der Hämatologie und Pathologie - gegebenenfalls noch Molekularpathologie - in den regelmäßig stattfindenden Tumorboards gemeinsam, um welche Erkrankung es sich genau handelt und wie weit diese fortgeschritten ist. Auf dieser Basis erarbeiten sie dann eine individuelle Therapieempfehlung für den jeweiligen Patienten.

Die Therapie von akuten Leukämien und gelegentlich auch bei Myelodysplasien ist sehr betreuungsintensiv. Deswegen ist in den meisten Fällen eine stationäre Behandlung notwendig. Auf den Stationen des CIO an den Unikliniken Köln und Bonn betreuen ärztliche Mitarbeiter und Pflegepersonal mit spezieller Erfahrung in der Behandlung der akuten Leukämien und MDS die Patienten.

Behandlung im CIO

Bei der Behandlung unserer Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML), akuter lymphatischer Leukämie (ALL) und MDS streben wir eine optimale, interdisziplinäre und mit dem Patienten sowie den Zuweisern abgestimmte Behandlung auf der Basis von Leitlinien und unter Berücksichtigung der neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse an.

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den so genannten S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen in den Köln/Bonner interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Die IOP Akute Leukämien und MDS passt ihre SOP regelmäßig an die neuesten Forschungsergebnisse sowie die Gegebenheiten an beiden Standorten an. 

Zusätzlich forschen wir intensiv an der Verbesserung der Prognose zu diesen Erkrankungen und beteiligen uns und koordinieren selbst große nationale und internationale Therapiestudien.

Allogene Stammzellentransplantation - ein neues Immunsystem?

Nach einer Chemotherapie, die das erkrankte blutbildende System zerstört, werden dem Patienten bei der allogenen Stammzellentransplantation die Stammzellen eines gesunden Spenders transplantiert. Im besten Fall können die gesunden Zellen des fremden Immunsystems noch vorhandene Krebszellen erfolgreich bekämpfen.

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems, bei der sich das Knochenmark genetisch verändert. Die AML ist außerdem die häufigste Form der akuten Leukämien bei Erwachsenen. Ein Großteil der akuten myeloischen Leukämien treten bei Patienten ab 60 Jahren auf. Meistens ist die Erkrankung eine Ersterkrankung, sie kann aber auch aus einem vorhergegangenen myelodysplatischen Syndrom (MDS) oder als Folge einer Chemo- oder Strahlentherapie (therapieassoziierte AML) entstanden sein. Zu angewendeten Therapieverfahren zählt neben der Chemotherapie außerdem die allogene Stammzellentransplantation. Die Therapie der akuten myeloischen Leukämie sollte immer im Rahmen von klinischen Studien erfolgen.

Mit Hilfe unterschiedlicher Risikoklassifikationen können die Experten im CIO Prognoseeinschätzungen für die Patienten geben. Unabhängig von der Risikoklassifikation ist ein wesentlicher Faktor bei der Prognose das Alter des Patienten. Jüngere Patienten (<60 Jahre) können mit Hilfe einer bestimmten Chemotherapie eine bis zu 5-Jahres Überlebensrate zwischen 40 und 50 Prozent erreichen. Bei älteren Patienten liegt diese Rate deutlich niedriger. Allerdings gibt es trotz der sehr guten Ansprechrate der Patienten auf die Erstbehandlung (70 bis 80 Prozent) auch eine hohe Rückfallrate (Wiederauftreten der Leukämie) im weiteren Verlauf der Behandlung.

Die Akute Lymphatische Leukämie (ALL) ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems (Blutkrebs), bei der eine frühe Vorstufe der weißen Blutkörperchen entartet. Die Produktion und Vermehrung der weißen Blutkörperchen kann vom Körper nicht mehr reguliert werden. Die entarteten weißen Blutkörperchen stören die Bildung der gesunden Blutkörperchen. Über das Blut können sie außerdem in andere Bereiche des Körpers transportiert werden und so auch andere Organe beschädigen.

Nur wenige Erwachsene erkranken an der akuten lymphatischen Leukämie, dafür jedoch mehr Kinder- und Jugendliche. Mehr Informationen dazu erhalten Sie im Bereich Kinderonkologie

Im Erwachsenenalter steigt die Wahrscheinlichkeit, an ALL zu erkranken ab dem 50. Lebensjahr wieder an. Zu angewendeten Therapieverfahren zählt neben der Chemotherapie oder der häufig angewandten Strahelntherapie außerdem die allogene Stammzellentransplantation.

Krebs bei Kindern

Myelodysplastische Syndrome sind eine Gruppe von bösartigen Erkrankungen des Knochenmarks, bei denen die Blutbildung gestört wird. Ähnlich wie bei der Akuten myeloischen Leukämie (AML) können die Prognosen von MDS-Erkrankten sehr unterschiedlich sein und hängen stets von den individuellen Risikofaktoren des Patienten ab. Die Krankheit kann zwar grundsätzlich in jedem Alter entstehen, die meisten Patienten sind jedoch älter als 60 Jahre.

Durch die Fortschritte bei der Entwicklung neuer Medikamente und Transplantationsverfahren hat sich die Behandlung von MDS-Patienten stetig verbessert. Bestimmte Unterformen der myelodysplastischen Syndrome haben außerdem das Risiko, sich in eine akute myeloische Leukämie zu entwickeln. Abhängig von den jeweiligen Risiken reicht das Behandlungsspektrum myelodysplastischer Syndrome von rein supportiven Maßnahmen bis hin zu einer intensiven Chemotherapie und der allogenen Stammzellentransplantation. In den meisten Fällen können MDS-Patienten rein ambulant behandelt werden.

Supportive Maßnahmen

Onkologischer Pflegekonsildienst

Allen schwer erkrankten Patienten ermöglichen wir grundsätzlich die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Diese kann parallel zur therapeutischen Behandlung stattfinden.

Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stehen folgende Angebote bereit:

 CIO Ambulanz – Köln 0221 / 478-87660 · Bonn 0228 / 287-17059