Letzte Aktualisierung: 14.10.2016

Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Diagnose und Therapie

Die chronische lymphatische Leukämie ist die häufigste Leukämieform in der industrialisierten Welt. Bei Diagnose sind die Patienten im statistischen Mittel 65-70 Jahre alt. Es gibt jedoch auch jüngere Patienten unter 50 Jahren.

CLL: Leukämie oder Lymphom?

Die CLL wird heute zu den so genannten malignen Lymphomen (auch: Lymphdrüsenkrebs) gezählt, den bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems. Erfahren Sie mehr über maligne Lymphome.

Die ersten Symptome einer chronischen lymphatischen Leukämie sind meist uncharakteristisch. Bei einer Häufung folgender Anzeichen empfehlen wir, ohne Zögern einen Arzt aufzusuchen:

  • scheinbar grundlose Gewichtsabnahme
  • nächtliches starkes Schwitzen
  • verminderte Leistung
  • permanente Abgeschlagenheit
  • gehäufte Infekte
  • vergrößerte Lymphknoten

Am häufigsten fällt die Krankheit durch die Vergrößerung der Lymphknoten auf.

Hämatologische Onkologie

Die Hämatologie befasst sich mit den Krankheiten des Blutes sowie der blutbildenden Organe. Die Lymphome, Leukämien und Myelome werden der Hämato-Onkologie zugerechnet. Diese werden in Köln und Bonn in den Kliniken für Innere Medizin behandelt:

Köln: Klinik I für Innere Medizin

Bonn: Medizinische Klinik III

Erstkontakt im CIO

Im ersten Gespräch mit den CIO-Lotsinnen und den behandelnden Ärzten wird zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst.

Im ersten Schritt der Behandlung geht es darum, sicher festzustellen, ob der Patient oder die Patientin wirklich an einer chronischen lymphatischen Leukämie erkrankt ist. Dazu muss eine Blutabnahme (Blutbild, Differentialblutbild, Immunphänotypisierung der lymphatischen Zellen) gemacht werden. Eine Entnahme des Knochenmarks ist heute nicht mehr nötig. Zur Sicherung der Diagnose wird gegebenenfalls auch Gewebe aus den Lymphknoten entnommen (Biopsie). Die Experten im CIO Köln Bonn sind auf die Diagnose und interdisziplinäre Behandlung von Patienten der chronischen lymphatischen Leukämie spezialisiert.

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Spezialisten aus den Fachdisziplinen Internistische Onkologie/Hämatologie, Pathologie, Radiologie und Strahlentherapie in den regelmäßig stattfindenden Tumorboards gemeinsam, um welchen Krebs es sich genau handelt und wie weit dieser fortgeschritten ist. Auf dieser Basis erarbeiten sie dann eine individuelle Therapieempfehlung für den jeweiligen Patienten.

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den so genannten S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen in den Köln/Bonner interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Die IOP CLL passt ihre SOP regelmäßig an die neuesten Forschungsergebnisse sowie die Gegebenheiten an beiden Standorten an.

CLL-Forschung im CIO

Die Deutsche CLL Studiengruppe unter Leitung des CIO-Direktors Prof. Michael Hallek ist weltweit die größte kooperative Studiengruppen im Bereich der chronischen lymphatischen Leukämie. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Gruppe haben den Therapiestandard der CLL maßgeblich geprägt.

Die Erforschung der CLL ist einer der wissenschaftlichen Schwerpunkte im CIO.

Entwicklung personalisierter Therapien für die chronische lymphatische Leukämie

Für die Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie sind eine präzise Diagnose sowie eine akkurate Risikoabschätzung von allergrößter Bedeutung. Mit einer umfassenden Spezialdiagnostik können die Ärzte im CIO über den natürlichen Erkrankungsverlauf und bestimmte Risikofaktoren Auskunft geben.

Die CLL wird meistens mit Hilfe von Medikamenten behandelt. Therapieverfahren wie Operationen oder Bestrahlung kommen dagegen nur in seltenen Fällen zum Einsatz. Der Verlauf der Behandlung ist von Patient zu Patient höchst unterschiedlich, deswegen ist vor der Therapieentscheidung eine genetische Untersuchung notwendig. Wie ein Patient behandelt wird, hängt unter anderem vom Stadium der Krankheit und dem Lebensalter ab. Im frühen Stadium ist die CLL eine sehr langsam verlaufende Erkrankung.

Mit Hilfe zielgerichteter Medikamente kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt und das Überleben der Patienten signifikant verlängert werden. Aufgrund der positiven Ergebnisse zur Behandlung der CLL mit neuen Therapieverfahren, insbesondere zur Chemoimmuntherapie und neueren zielgerichteten Medikamenten, kann man davon ausgehen, dass ältere Angaben zur Prognose der Erkrankung ihre Gültigkeit verlieren. Wahrscheinlich ist die Prognose der CLL nach erfolgreicher Behandlung günstiger als vor zehn Jahren. Die Ergebnisse der Studien der Deutschen CLL Studiengruppe tragen dazu bei, diesen Sachverhalt zu klären.

Das CIO initiiert selbst und nimmt teil an großen nationalen und multinationalen Therapiestudien, mit dem Ziel, die Prognosen von CLL-Patienten stetig zu verbessern. Erfahren Sie mehr über aktuelle klinische Studien zur CLL.

Supportive Maßnahmen

Onkologischer Pflegekonsildienst

Begleitend zur therapeutischen Behandlung der Erkrankung ermöglichen wir allen schwer erkrankten Patienten immer auch die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv.

Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit:

 CIO Ambulanz – Köln 0221 / 478-87660 · Bonn 0228 / 287-17059