Letzte Aktualisierung: 19.10.2017

Familiärer Darmkrebs (HNPCC)

Etwa fünf bis sieben Prozent aller Darmkrebsfälle sind erblich bedingt. Die Veranlagung dazu wird von einem Elternteil geerbt. Ist ein entsprechender Gendefekt vorhanden, liegt die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, bei 80 Prozent. Eine Beteiligung an Früherkennungsmaßnahmen ist für diese Gruppe besonders wichtig.

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Darmkrebs (kolorektales Karzinom)

Die Symptome einer frühen Darmkrebserkrankung sind oftmals gewöhnliche Beschwerden wie

  • Blut im Stuhl oder auf dem Toilettenpapier,
  • Durchfall,
  • Verstopfung oder
  • Bauchkrämpfe.

Diese Irritationen können grundsätzlich auch von gutartigen Erkrankungen des Darms ausgelöst werden. Im ersten Schritt der Behandlung geht es deshalb darum, sicher festzustellen, ob es sich wirklich um Krebs im Darm handelt. Die Experten der Darmkrebszentren im CIO Köln Bonn haben sich auf die personalisierte fächerübergreifende Behandlung von Patienten mit Beschwerden im Bereich dieses Verdauungsorgans spezialisiert. Außerdem bieten wir Patienten bei familiärer Vorbelastung mit Darmkrebs eine Risikoberatung und Gentestung.

Gesetzliche Früherkennung

In Deutschland haben Versicherte ab 50 Jahren jährlich Anspruch auf einen Löschblatt-Test auf verstecktes Blut im Stuhl. Ab 55 Jahren besteht dann der Anspruch auf zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder alternativ alle zwei Jahre der Löschblatt-Test.

 

Das CIO empfiehlt die Durchführung der Darmspiegelung als verlässlichere Vorsorgeuntersuchung.

Früherkennung: Höhere Heilungschancen bei frühzeitiger Diagnose

Mit fast 70.000 Neuerkrankungen jährlich gehört Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen. Die Hälfte der betroffenen Patienten ist älter als 70 Jahre. In der Regel wächst Darmkrebs sehr langsam und ist potentiell heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt ab dem 50. Lebensjahrzehnt stark zu. Dies wird u.a. durch ungünstige Ernährungs- und Lebensgewohnheiten verursacht.

Diese Faktoren können die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken negativ beeinflussen:

  • Ungesunde Ernährung (kalorienreich, viel rotes Fleisch)
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Rauchen

Untersuchungen im Rahmen der Früherkennung

Mit diesen Untersuchungen kann Darmkrebs oder seine Vorstufen frühzeitig entdeckt werden:

Löschblatt-Test

Der so genannte „Löschblatt-Test“ wird ab dem 50. Lebensjahr im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Krebsvorsorgeuntersuchungen empfohlen. Die Kosten dieser Untersuchung werden von den Krankenkassen getragen. Der Test kann bereits sehr geringe Mengen Blut im Stuhl nachweisen, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Dazu werden Stuhlproben auf Testpapierchen aufgetragen, die dann im Labor untersucht werden. Der Test ist kostengünstig und einfach anzuwenden. Es gibt jedoch eine Reihe von Fehlerquellen: Das Blut kann auch von Hämorrhoiden herrühren oder Nahrungsmittel können das Testergebnis verfälschen. Wenn der Test Blut nachweist, sollte zur Abklärung in jedem Fall eine Darmspiegelung durchgeführt werden.

Darmspiegelung

Eine Darmspieglung (Koloskopie) ist eine Untersuchung des Dickdarms. Dazu wird ein sehr biegsames, schlauchförmiges Instrument (Endoskop) vorsichtig in den Darm eingeführt und langsam vorgeschoben. Um den Darm zu entfalten, wird gleichzeitig etwas Luft eingeblasen. Die Bilder, die das Endoskop vom Darm macht, können auf einem großen Bildschirm betrachtet werden. Der Arzt kann so die Darmschleimhaut sehr genau auf Krebs und Polypen untersuchen. Mögliche Veränderungen der Darmschleimhaut können gut erkannt und direkt während der Untersuchung entnommen werden. Diese Gewebeentnahme nennt man Biopsie. Das entfernte Gewebe kann danach von einem Spezialisten, dem Pathologen, untersucht werden.

Vielen Menschen macht eine Darmspiegelung Angst. Aber eine Darmspieglung muss nicht weh tun. Unangenehm kann aber die Vorbereitung auf die Untersuchung sein. Zwei Tage vor einer Darmspiegelung sollte die Ernährung auf Schonkost umgestellt werden. Am Tag vor der Untersuchung müssen Abführmittel genommen werden, die den Darm entleeren und reinigen. Nur so hat der Arzt freie Sicht auf die Darmschleimhaut, die er untersuchen will. Der Dickdarm macht einige sehr starke Biegungen und Kurven. Das Vorschieben des Untersuchungsinstrumentes kann an diesen Stellen ohne Betäubung unangenehm sein. Eine Vollnarkose ist trotzdem nicht notwendig, es gibt gut wirksame verträgliche Beruhigungsmittel, die den Patienten in einen schlafähnlichen Zustand versetzen.