Letzte Aktualisierung: 14.11.2017

Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)

Diagnose und Therapie

Gebärmutterkrebs betrifft überwiegend Frauen im fortgeschrittenen Alter - das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren. Als größte Risikofaktoren gelten beim Gebärmutterkrebs starkes Übergewicht (Adipositas) und die damit einhergehende übermäßige Bildung von Östrogenen im Fettgewebe sowie Einnahme von Östrogenen ohne zusätzlichen Gestagenschutz während der Wechseljahre über einen langen Zeitraum. Der Krebs entsteht meist aus Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium).

Ein erster Hinweis auf Gebärmutterkrebs ist oft eine Blutung aus der Scheide, die nach den Wechseljahren auftritt. Bei jüngeren Frauen sind ungewöhnlich starke oder unregelmäßige Blutungen ein mögliches Anzeichen.

Besteht ein Anfangsverdacht, so wird dieser mittels transvaginalem Ultraschall überprüft. Um die Diagnose zu sichern, muss jedoch bei jeder Frau mit Blutung nach den Wechseljahren eine sogenannte Ausschabung der Gebärmutter vorgenommen und das dabei entnommene Gewebe anschließend durch den Pathologen untersucht werden.

Ist die Diagnose Gebärmutterkrebs bestätigt, ist meistens eine operative Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) notwendig. Eventuelle zurückgebliebene Tumorzellen können durch eine Strahlentherapie zerstört werden. Gelingt es, den Tumor in einem frühen Stadium zu entfernen, sind die Heilungsaussichten bei Gebärmutterkrebs gut.

Zertifizierte Gynäkologische Krebszentren

In den DKG-zertifizierten Gynäkologischen Krebszentren in Köln und Bonn werden sämtliche Tumorerkrankungen der weiblichen Genitalorgane behandelt. Unsere Therapiekonzepte beruhen auf den aktuellsten Forschungserkenntnissen. Dies beinhaltet auch die Teilnahme an multizentrischen Therapiestudien der großen deutschen Studiengruppen sowie an eigenen klinischen Studien.

Erstkontakt

Beim ersten Gespräch mit den behandelnden Ärzten in den gynäkologischen Krebszentren des CIO wird zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst.

Im ersten Schritt der Diagnose geht es zunächst darum, sicher festzustellen, ob es sich tatsächlich um Gebärmutterkrebs handelt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Daher wird bei den Patientinnen nach gründlichen gynäkologischen Untersuchungen im Zweifelsfall eine Gewebeprobe entnommen, um genauere Aussagen treffen zu können. Die Gewebeentnahme ist ein relativ einfacher Vorgang und kann normalerweise ohne stationären Aufenthalt erfolgen.

Sobald alle Befunde vorliegen, beraten die Spezialisten aus der Internistischen Onkologie, der Gynäkologie/Senologie, Radiologie, Pathologie und Radio-Onkologie in den regelmäßig stattfindenden Tumorboards gemeinsam über eine individuelle Therapieempfehlung für die jeweilige Patientin.

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den so genannten S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen in den Köln/Bonner interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Auch die IOP Gebärmutterkrebs arbeitet an der Verbesserung der Maßnahmen zur Früherkennung und Therapie dieser Erkrankung.

Minimal-invasive Chirurgie eröffnet neue Möglichkeiten

Ein Schwerpunkt bei der Behandlung von Gebärmutterkrebs im CIO ist die minimal-invasive Chirurgie. Dabei handelt es sich um Eingriffe, die wegen der geringen Schädigung des Gewebes besonders schonend für die Patientin sind und eine rasche Genesung ermöglichen. Diese Art der Tumorchirurgie bei Gebärmutterkrebs ist einer der großen Fortschritte der gynäko-onkologischen Chirurgie. Durch intensive Forschung und die Teilnahme und Entwicklung von klinischen Studien, tragen wir zur Weiterentwicklung der therapeutischen und diagnostischen Standards der Krebsbehandlung aktiv bei. 

Supportive Maßnahmen

Allen schwer erkrankten Patientinnen und ihren Angehörigen ermöglichen wir grundsätzlich die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Diese kann parallel zur therapeutischen Behandlung stattfinden. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv.

Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit:

Gentestung und Risikoberatung bei erblichen Krebskrankheiten

CIO Köln: Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs

CIO Bonn: Institut für Humangenetik

Erbliche Form

Auch Genveränderungen können für das Auftreten von Gebärmutterkrebs verantwortlich sein. Deswegen bietet das CIO allen Patienten mit familiärer Vorbelastung eine entsprechende Risikoberatung und Gentestung.