Letzte Aktualisierung: 24.07.2017

Hodenkrebs

Hodenkrebs gehört zu den eher selten auftretenden Krebserkrankungen: Jährlich erkranken daran rund 4.000 Männer in Deutschland. Anders als bei den meisten anderen Krebserkrankungen, treten Hodentumoren in einem früheren Alter auf: Die meisten betroffenen Männer sind zwischen 25 und 45 Jahren. Bei Männern dieser Altersgruppe ist Hodenkrebs der häufigste bösartige Tumor. Die Erkrankung gehört jedoch zu den bösartigen Tumoren mit den günstigsten Heilungaussichten.

Für Hodenkrebs gilt: Je früher die Erkrankung entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen des jeweiligen Patienten.

Männer, die bereits Hodenkrebs oder an einer Vorstufe erkrankt waren, haben ein erhöhtes Risiko, im bisher gesunden Hoden auch einen Tumor zu bekommen. Risikofaktoren für die Entstehung von Hodenkrebs sind außerdem:

  • Hodenhochstand (Kryptorchismus)
  • Familiäre Vorbelastung (v.a. bei Zwillingen)

Die meisten Patienten mit Verdacht auf Hodenkrebs kommen ins CIO, weil sie eine Verhärtung im Bereich des Hodens selbst erstastet und mit diesem Symptom ihren Hausarzt aufgesucht haben.

Gesetzliche Vorsorge

Ab dem 45. Lebensjahr haben Männer im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung den Anspruch, einmal jährlich eine Untersuchung der Geschlechtsorgane erstattet zu bekommen.

Erstkontakt

Im ersten Gespräch mit den behandelnden Ärzten wird zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst. In einem ersten Schritt der Diagnose geht es den Ärzten im CIO darum, sicher festzustellen, ob es sich tatsächlich um Krebs handelt. Bildgebendes Verfahren ist dabei zunächst die Ultraschalluntersuchung der Hoden, Nieren und des hinteren Bauchraumes. Außerdem werden die Tumormarker bestimmt.

Für die Diagnostik und Therapie von Hodenkrebs kommen im CIO moderne und leistungsfähige Untersuchungsgeräte zum Einsatz.

Zertifizierte Behandlungsqualität

Die hohe Qualität der Versorgung und Behandlung unserer Patienten mit Hodenkrebs wird von der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich im Rahmen der Überwachung der Onkologischen Zentren überprüft und bestätigt.

Verstärkt sich der Verdacht auf Hodenkrebs raten die Ärzte in den meisten Fällen zu einer Operation. Bestätigt sich die Diagnose Hodenkrebs bei der Untersuchung im Rahmen der Operation, muss der betroffene Hoden komplett entfernt werden. Im Anschluss an die Operation ist es wichtig, genau abzuklären, ob der Tumor bereits Metastasen gebildet hat und ob die Lymphknoten bereits auch betroffen sind.

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Spezialisten der Disziplinen Urologie, Onkologie, Pathologie, Strahlentherapie und Radiologie in den regelmäßig stattfindenden Tumorboards gemeinsam, um welche Tumorart es sich genau handelt und wie weit dieser fortgeschritten ist. 

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den so genannten S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen in den Köln/Bonner interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Die IOP Hodenkrebs passt ihre SOP regelmäßig an die neuesten Forschungsergebnisse sowie die Gegebenheiten an beiden Standorten an.

                            Hodenkrebs

Anzahl der aktuell aktiven Studien im CIO:
2

Kryokonservierung

Bei nicht abgeschlossener Familienplanung ist im CIO auch das Einfrieren von Spermien möglich.

Behandlung von Seminom und Nicht-Seminom nach der Operation

Die Mehrheit der Hodentumoren bildet sich aus Keimzellen. Diese werden unterschieden in Seminome und Nicht-Seminome.

Bei Patienten bei denen ein auf den Hoden begrenztes Seminom ohne Hinweis auf Metastasen vorliegt, können sich für eine engmaschige Überwachung entscheiden, so dass keine weitere Therapie notwendig ist. Die Rückfallquoten bei Patienten mit niedrigem Risiko (Tumor ist kleiner als 4cm, keine Infiltration der Rete Testis) liegen bei 6 Prozent. Die Patienten sollten jedoch unbedingt regelmäßig ihren Gesundheitszustand kontrollieren lassen. Alternativ können sich diese Patienten auch für eine Bestrahlung des hinteren Bauchraumes oder eine Chemotherapie entscheiden. Die Heilungschancen eines Seminoms in einem frühen Stadium sind sehr gut.

Patienten mit einem Nicht-Seminom im frühen Stadium ohne Metastasen können sich, genau wie beim Seminom, für die Überwachungsstrategie entscheiden. Alternativ ist eine Chemotherapie und die Entfernung der Lymphknoten möglich. Ob die Ärzte den Patienten im frühen Stadium dazu raten, den Tumor zunächst zu beobachten, hängt davon ab, wie hoch das individuelle Risiko des Patienten eingeschätzt wird, Metastasen zu bilden.

Unsere Ziele bei der Behandlung von Patienten mit Hodenkrebs:

  • Eine optimale, interdisziplinär mit unseren Partnern im CIO und unseren Zuweisern abgestimmte Behandlung unserer Patienten auf der Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse
  • Eine umfassende menschliche Betreuung unserer schwerkranken Patienten in enger Abstimmung mit dem Zentrum für Palliativmedizin
  • Die Verbesserung der Prognose von Patienten mit Hodenkrebs durch die Entwicklung personalisierter Therapieansätze und die Evaluation dieser in klinischen Studien

Supportive Maßnahmen

Begleitend zur therapeutischen Behandlung der Erkrankung ermöglichen wir allen schwer erkrankten Patienten immer auch die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv. Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit:

 CIO Ambulanz – Köln 0221 / 478-87660 · Bonn 0228 / 287-17059