Letzte Aktualisierung: 01.09.2016

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Lungenkrebs gehört zu den wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkten im CIO.

Diagnose und Therapie

Lungenkrebs ist noch immer die häufigste Krebstodesursache weltweit. In Deutschland erkranken ca. 50.000 Patienten jährlich an Lungenkrebs. Die meisten von ihnen (ca. 85%) können nicht mehr operiert werden, weil der Tumor sich schon zu weit im Körper ausgerbreitet hat. Für diese Patienten war bis vor kurzem die Chemotherapie die einzige Therapiemöglichkeit, leider mit nicht allzu guter Wirksamkeit und nicht unerheblichen Nebenwirkungen. Durch ein besserers Verständnis der Biologie des Lungenkarzinoms kann nun ein Teil der Patienten mit sogenannten zielgerichteten Therapien behandelt werden, die weit besser wirken als Chemotherapie und weniger Nebenwirkungen haben. Voraussetzung ist allerdings eine umfassende molekulare Diagnostik im Tumorgewebe mit dem Nachweis sogenannter Treibermutationen. Auch für die Patienten, bei denen keine solche Treibermutation gefunden wird, gibt es mit den neuen Immuntherapien zunehmend wirksamere Alternativen zur Chemotherapie.

Erstkontakt im CIO

Im ersten Gespräch mit den CIO-Lotsinnen und den behandelnden Ärzten wird zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst.

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Experten der Fachdisziplinen Internistische Onkologie, Pneumologie, Strahlentherapie, Thoraxchirurgie, Pathologie, Radiologie und Nuklearmedizin in den wöchentlichen Tumorboards gemeinsam, um welchen Krebs es sich genau handelt und wie weit er fortgeschritten ist. Auf dieser Basis erarbeiten sie eine individuelle Therapieempfehlung.

          Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Anzahl der aktuell aktiven Studien im CIO:
12

Im CIO bieten wir für Patienten mit Lungenkrebs

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den so genannten S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen in den Köln/Bonner interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Die IOP Lungenkrebs passt ihre SOP regelmäßig an die neuesten Forschungsergebnisse sowie die Gegebenheiten an beiden Standorten an. Mehr Informationen

Lungenkrebszentrum im CIO

Über das Lungenkrebszentrum im CIO Köln sind alle beteiligten Fachdisziplinen wie Thoraxchirurgie, Pneumologie, Onkologie, Pathologie, Radiologie, Schmerztherapie, aber auch der Pflegedienst, der Sozialdienst und die Psychoonkologie eng miteinander vernetzt. So wird gewährleistet, dass jeder Patient eine sichere Diagnose und eine individuell auf ihn abgestimmte Therapie erhält. 

Personalisierte Therapie bei Lungenkrebs

Für Lungenkrebspatienten haben Therapieansätze der Personalisierten Medizin in den letzten Jahren neue Hoffnung gebracht. Der Ansatz basiert auf der Erkenntnis, dass kein Krebs wie der andere ist. So hängt die Aggressivität eines Tumors von seinem genetischen Profil, aber auch von den Reaktionen des ihn umgebenden Gewebes und der Immunreaktion des Organismus ab. Das alles muß bei der Auswahl einer für den Patienten passenden Therapie mit berücksichtigt werden.

Heute kann bereits bei über der Hälfte der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mittels einer genetischen Analyse festgestellt werden, welche Art der Zellveränderung bei ihnen zu der krankhaften Wucherung führt. Diese Untersuchungen (Sequenzierungen) werden in den pathologischen Instituten der Universitätskliniken Köln und Bonn durchgeführt. Für einige der Mutationen gibt es bereits zugelassene Medikamente, weitere sind in der klinischen Erprobung.

Das CIO hat über sein „Netzwerk Genomische Medizin“ (NGM) mit fast allen großen Krankenkassen Verträge zur Abrechnung der notwendigen molekulardiagnostischen Untersuchungen abgeschlossen und kann auch einen für die Patienten kostenlosen Zweitmeinungsservice anbieten. Ausführliche Informationen dazu – sowie zu allen aktuellen Klinischen Studien zum Thema Lungenkrebs finden Sie auf der Webseite des NGM und der Lung Cancer Group Cologne.

Supportive Maßnahmen

Onkologischer Pflegekonsildienst

Begleitend zur therapeutischen Behandlung der Erkrankung ermöglichen wir allen schwer erkrankten Patienten immer auch die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv. Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit:

 CIO Ambulanz – Köln 0221 / 478-87660 · Bonn 0228 / 287-17059