Letzte Aktualisierung: 01.09.2016

Lymphdrüsenkrebs (Maligne Lymphome)

Diagnose und Therapie

Maligne Lymphome sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. Das Lymphsystem ist ein Teil des Immunsystems. Beim malignen Lymphom weisen die Zellen des lymphatischen Systems ein unkontrolliertes und somit bösartiges Wachstum auf. Die ersten Symptome eines Lymphdrüsenkrebses sind meist uncharakteristisch.

Häufige Lymphomformen:

  • Hodgkin-Lymphome

  • Non-Hodgkin-Lymphome, dazu zählen auch:

Bei einer Häufung folgender Anzeichen empfehlen wir, ohne Zögern einen Arzt aufzusuchen:

  • Vergrößerung von Lymphknoten
  • Fieber ohne andere Erklärung
  • Gewichtsverlust
  • vermehrtes nächtliches Schwitzen

Bei den meisten Patienten fällt die Krankheit durch eine meist schmerzlose Schwellung der Lymphknoten, zum Beispiel am Hals oder in der Achselhöhle, auf. Lymphome können jedoch im gesamten Körper auftreten.

Sollte bei Ihnen der Verdacht eines malignen Lymphoms bestehen, wird Ihr behandelnder Arzt weitere Untersuchungen veranlassen. Dieses können Laboruntersuchungen oder bildgebende Untersuchungen sein, wie z.B. eine Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie. Zur Sicherung der Diagnose wird ein Lymphknoten oder anderes Gewebe entnommen, das im Verdacht steht, befallen zu sein. Ein Pathologe wird dieses Gewebe genau untersuchen und gegebenenfalls die Diagnose eines Lymphoms stellen.

Zertifizierte Behandlungsqualität

Die hohe Qualität der Versorgung und Behandlung unserer Lymphom-Patienten wird von der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich im Rahmen der Überwachung der Onkologischen Zentren überprüft und bestätigt.

Erstkontakt im CIO

Im ersten Gespräch mit den CIO-Lotsinnen und den behandelnden Ärzten wird zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst.

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Spezialisten aus den Disziplinen Internistische Onkologie/Hämatologie, Pathologie, Radiologie und Strahlentherapie in den wöchentlichen Tumorboards gemeinsam, um welchen Krebs es sich genau handelt und wie weit dieser fortgeschritten ist. Auf dieser Basis erarbeiten sie dann eine individuelle Therapieempfehlung für den jeweiligen Patienten.

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

Die Therapie maligner Lymphome ist komplex: Die große Expertise bei dieser Erkrankung und die enge fachübergreifende Zusammenarbeit im CIO Köln Bonn schafft in beiden Universitätskliniken die Voraussetzungen, den hohen Behandlungsanforderungen gerecht zu werden.

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den so genannten S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen in den Köln/Bonner interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Unter der Überschrift Lymphome haben sich im CIO mehrere Arbeitsguppen gebildet, die ihre SOPs regelmäßig an die neuesten Forschungsergebnisse sowie die Gegebenheiten an beiden Standorten anpassen:

                   Hämato-Onkologie

Anzahl der aktuell aktiven Studien im CIO:
105

Behandlung der Lymphome im CIO

Voraussetzung für die Behandlung der malignen Lymphome ist eine präzise Diagnose sowie eine exakte Risikoabschätzung. Hier bieten wir auch die Möglichkeit einer „Zweitmeinung“ an.

Viele der Erstlinien-Therapien sind ambulant durchführbar. In den Ambulanzen erfolgt auch die Durchführung der klinischen Studien, über die wir unseren Patienten Zugang zu neuen, vielversprechenden Therapieoptionen ermöglichen. Das umfangreiche Studienangebot reicht von der Erstlinientherapie bis hin zu innovativen Therapieansätzen im Rezidiv der Erkrankung.  

Hämatologische Onkologie

Die Hämatologie befasst sich mit den Krankheiten des Blutes sowie der blutbildenden Organe. Die Lymphome, Leukämien und Myelome werden der Hämato-Onkologie zugerechnet. Diese werden in Köln und Bonn in den Kliniken für Innere Medizin behandelt.

Die Zentrale der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (German Hodgkin Study Group, GHSG) ist am Standort Köln angesiedelt und koordiniert die Behandlung von Hodgkin Lymphom Patienten in etwa 400 Kliniken und Praxen in Deutschland und anderen Europäischen Ländern. Diese Studiengruppe befasst sich seit über 30 Jahren mit der Optimierung von Diagnostik, Therapie und Nachsorge betroffener Patienten und zählt zu den weltweit führenden Studiengruppen in diesem Bereich. Es wurden bisher über 20.000 Patienten im Rahmen klinischer Studien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe behandelt.

Weitere Informationen über das Hodgkin Lymphom und aktuell durchgeführte Studien sind auf der Webseite der Deutschen Hodgkin Studiengruppe erhältlich.

Hodgkin Lymphom

Das Hodgkin Lymphom gehört bei Erwachsenen zu den bösartigen Tumorerkrankungen mit den höchsten Heilungschancen. Bei optimaler Therapie können über 80 Prozent aller Patienten mit der Diagnose Hodgkin Lymphom geheilt werden. Anders als viele andere bösartige Tumorerkrankungen sprechen die Hodgkin Lymphome sehr gut sowohl auf Strahlentherapie als auch auf Chemotherapie an.

Non-Hodgkin-Lymphome (NHL)

Auch die Non-Hodgkin-Lymphome werden in viele unterschiedliche Lymphom-Typen unterschieden. Dazu zählen auch die Multiplen Myelome sowie die Chronische Lymphatische Leukämie (CLL), zu denen Sie unter den Verlinkungen weitere Informationen finden.

Die Behandlung der Non-Hodgkin Lymphome hängt sehr von der jeweiligen Ausprägung und auch dem Alter des Patienten ab. Anders als beim Hodgkin Lymphom, bei dem in jedem Fall ein sofortiger Beginn der Behandlung empfohlen wird, kann bei den langsam wachsenden Non-Hodgkin-Lymphomen im Rahmen einer sehr gut geplanten regelmäßigen Kontrolle zunächst oft auf eine Behandlung verzichtet werden.

Weitere Informationen

Die Erforschung der malignen Lymphome gehört zu den wissenschaftlichen Schwerpunkten im CIO.

Netzwerke verbessern die Behandlung

Zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten engagieren sich die Spezialisten im CIO in verschiedenen Netzwerken zu den verschiedenen Lymphomtypen, in denen sie die wissenschaftliche Forschung aktiv vorantreiben.

Im Kompetenznetz Maligne Lymphome (KML) haben sich die führenden deutschen Forschergruppen und Versorgungseinrichtungen zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, Wissen zu bündeln und Forschungsergebnisse schnell in die Patientenversorgung zu übertragen. Sowohl für Ärzte als auch für Patienten werden ausführliche Informationen über maligne Lymphome bereitgestellt. Die Geschäftsstelle des Kompetenznetzes sowie zwei Forschergruppen sind im CIO angesiedelt.

Supportive Maßnahmen

Begleitend zur therapeutischen Behandlung der Erkrankung ermöglichen wir allen schwer erkrankten Patienten immer auch die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv. Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit:

 CIO Ambulanz – Köln 0221 / 478-87660 · Bonn 0228 / 287-17059