Letzte Aktualisierung: 01.09.2016

Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)

Diagnose und Therapie

Schilddrüsenkrebs ist eine seltenere Krebsart: In Deutschland erkranken daran jedes Jahr etwa 6.200 Menschen. Die Erkrankung kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten. 

Folgende Anzeichen können erste Symptome eines Schilddrüsenkarzinoms sein:

  • Druckgefühl im Hals
  • Heiserkeit
  • Atem- und Schluckbeschwerden
  • vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich

Je früher ein Krebs der Schilddrüse erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen des Patienten. Besonders wichtig ist es deswegen, auf den eigenen Körper zu achten und vor allem sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn sich ein Kropf in kurzer Zeit auffällig verändert.

Viele Patienten kommen zu ins CIO, weil ihr behandelnder Arzt beim Abtasten eine auffällige Schwellung entdeckt hat. In einem ersten Schritt geht es unseren Ärzten deshalb darum, sicher festzustellen, ob es sich bei dem Verdacht wirklich um Schilddrüsenkrebs handelt.

Schilddrüsenzentren im CIO

Über die Schilddrüsenzentren sind alle beteiligten Fachärzte, aber auch der Pflegedienst, der Sozialdienst und die Psychoonkologie eng miteinander vernetzt. So wird gewährleistet, dass jeder Patient eine sichere Diagnose und eine individuell auf ihn abgestimmte Therapie erhält. 

Schilddrüsenzentrum im CIO Köln

Schilddrüsenzentrum im CIO Bonn

Erstkontakt im CIO

Im ersten Gespräch mit den behandelnden Ärzten wird daher zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst.

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Experten aus den Fachdisziplinen Chirurgie, Nuklearmedizin und Endokrinologie in den regelmäßig stattfindenden Tumorboards gemeinsam, um welchen Krebs es sich genau handelt und wie weit dieser fortgeschritten ist.

Um das bei einem Schilddrüsenkarzinom eindeutig zu bestimmen, wird normalerweise eine Szintigraphie gemacht. Die Nuklearmediziner im CIO nutzen dieses Verfahren, um mit Hilfe radioaktiv markierter Stoffe (so genannter Tracer) die Krebszellen sichtbar zu machen. Das Schilddrüsengewebe speichert Jod. Deswegen wird zur Krebsdiagnose in der Schilddrüse mit radioaktivem Jod gearbeitet. So genannte „kalte Knoten“ nehmen weniger Jod auf als das restliche Schilddrüsengewebe. Sie geben somit weniger radioaktive Strahlen ab und erscheinen auf dem Szintigramm deswegen in einer anderen Fabe als die restlichen Körperzellen. So kann man erkennen, ob ein Schilddrüsenkarzinom vorhanden ist.

Wenn sich bei der Szintigrafie der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs erhärtet, werden die verdächtigen Zellen durch eine Feinnadelpunktion aus der Schilddrüse entnommen und von erfahrenen Pathologen im CIO untersucht. Auf der Basis dieser Erkenntnisse erarbeiten die Ärzte im CIO dann eine individuelle Therapieempfehlung für den jeweiligen Patienten. Die Voraussetzungen dafür sind eine gute Diagnostik und viel Erfahrung bei der Interpretation der Ergebnisse.

Zertifizierte Behandlungsqualität

Die hohe Qualität der Versorgung und Behandlung unserer Patienten mit Schilddrüsenkrebs wird von der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich im Rahmen der Überwachung der Onkologischen Zentren überprüft.

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In unseren Therapieentscheidungen orientieren wir uns an den so genannten S1-/S2-Leitlinien der AWMF. Darüber hinaus haben wir zu fast allen Krebserkrankungen in den Köln/Bonner interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOP) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs) formuliert. Die IOP Schilddrüsenkrebs passt ihre SOP regelmäßig an die neuesten Forschungsergebnisse sowie die Gegebenheiten an beiden Standorten an.

Verschiedene Arten von Schilddrüsenkrebs - Unterschiedliche Behandlung

Die Schilddrüsenzentren im CIO bieten eine interdisziplinäre Behandlung nach aktuellen nationalen und internationalen Behandlungsrichtlinien und neuesten wissenschaftliche Erkenntnissen. Ob konservative oder operative Therapie - gemeinsam mit den Experten stimmen Sie die optimale Behandlung für sich ab.

Wie der Schilddrüsenkrebs behandelt wird, hängt vor allem von der Art des Karzinoms ab.

Schilddrüsenkarzinome werden unterschieden in:

  • Differenzierte Karzinome (papilläre und follikuläre Karzinome)
  • Medulläre Karzinome
  • Undifferenzierte Karzinome

Differenzierte Karzinome (papilläre und follikuläre Karzinome)

Die differenzierten Tumore des Schilddrüsenkrebses gehören zu den Tumoren mit der höchsten Heilungsrate. Die Kombination von operativem Eingriff und einer Radiojodtherapie hat sehr gute Aussichten auf Erfolg. Die Radiojodtherapie ist eine Strahlentherapie, die mit einem radioaktiven Jod arbeitet. Dieses wird von dem Tumorgewebe aufgenommen und so von innen bestrahlt und zerstört. Bei einem Rückfall kann es sein, dass die Patienten nicht mehr auf diese Therapie ansprechen. Sie werden dann mit Medikamenten weiterbehandelt.

Familiäre Vorbelastung

Ähnlich wie bei Brust- und Eierstockkrebs oder bei Darmkrebs gibt es auch beim Schilddrüsenkrebs Formen, die familiär vererbt werden können: das medulläre Karzinom (MTC). Dabei handelt sich um eine multiple endokrine Neoplasie (MEN), eine Krebserkrankung der hormonproduzierenden Organe.

Medulläre Karzinome

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC) ist ein bösartiger Tumor der C-Zellen der Schilddrüse und sehr selten. Wie auch bei einigen anderen Krebsarten, kann es vorkommen, dass Patienten, die an medullären Schulddrüsenkarzinomen erkranken, erblich vorbelastet sind. Diese erblich verursachten medullären Karzinome entstehen im Rahmen einer multiplen endokrinen Neoplasie, eine Erbkrankheit, die Tumore in hormonproduzierenden Organen verursachen kann. Da medulläre Karzinome kein Jod speichern und daher nicht auf die Radiojod-Therapie ansprechen, ist die operative Entfernung meistens die Therapie der Wahl.

Undifferenzierte Karzinome

Genau wie das medulläre Schilddrüsenkarzinom kann das undifferenzierte Schilddrüsenkarzinom kein Jod speichern und somit nicht mittels Radiojodtherapie behandelt werden. Daher ist auch hier die Operation die wichtigste Therapiemöglichkeit.

Unsere Ziele bei der Behandlung von Patienten mit Schilddrüsenkrebs:

  • Eine optimale, interdisziplinär mit unseren Partnern im CIO und unseren Zuweisern abgestimmte Behandlung unserer Patienten auf der Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse
  • Eine umfassende menschliche Betreuung unserer schwerkranken Patienten in enger Abstimmung mit dem Zentrum für Palliativmedizin
  • Die Verbesserung der Prognose von Patienten mit Schilddrüsenkrebs durch die Entwicklung personalisierter Therapieansätze und die Evaluation dieser in klinischen Studien

Supportive Maßnahmen

Begleitend zur therapeutischen Behandlung der Erkrankung ermöglichen wir allen schwer erkrankten Patienten immer auch die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv. Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit: