Letzte Aktualisierung: 01.09.2016

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)

Diagnose und Therapie

Speiseröhrenkrebs ist eine seltene Krebsart: In Deutschland erkranken jährlich rund 6.500 Menschen an einem Ösophaguskarzinom. Im Mittel tritt eine Krebserkrankungen der Speiseröhre mit Ende 60 auf, über drei Viertel der erkrankten Patienten sind Männer. Es ist wichtig zu wissen, dass der Speiseröhrenkrebs sehr gute Heilungschancen hat, wenn er rechtzeitig erkannt wird. Weil sich die Symptome aber oft erst spät bemerkbar machen, wird der Speiseröhrenkrebs meistens erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt.

Risikofaktoren für die Erkrankung an Speiseröhrenkrebs sind neben häufigem Sodbrennen ein starker Alkoholkonsum und das Rauchen.

Erste mögliche Anzeichen für Speiseröhrenkrebs können diese Symptome sein:

  • immer stärker werdende Schluckbeschwerden („Kloß im Hals“)
  • Würgereflex beim Schlucken
  • Sodbrennen
  • vermehrtes Aufstoßen
  • Krämpfe in der Speiseröhre

Diese Beschwerden können natürlich auch aus anderen Gründen entstehen und müssen nicht zwingend bedeuten, dass die Betroffenen an Speiseröhrenkrebs erkrankt sind. Bei länger anhaltenden Veränderungen empfehlen wir jedoch dringend, einen Arzt aufzusuchen. Wie bei den meisten Krebserkrankungen gilt auch beim Speiseröhrenkrebs: Je früher die Erkrankung entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen des betroffenen Patienten.

In einem ersten Schritt geht es unseren Ärzten Im CIO darum, sicher festzustellen, ob es sich bei dem Verdacht wirklich um Speiseröhrenkrebs handelt.

Zertifizierte Behandlungsqualität

Die hohe Qualität der Versorgung und Behandlung unserer Speiseröhrenkrebspatienten wird von der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich im Rahmen der Überwachung der Onkologischen Zentren überprüft.

Erstkontakt im CIO

Im ersten Gespräch mit den CIO-Lotsinnen und den behandelnden Ärzten wird daher zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst.

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Experten der Disziplinen Onkologie, Pathologie, Chirurgie und Radiologie in den regelmäßig stattfindenden Tumorboards gemeinsam, um welchen Krebs es sich genau handelt und wie weit dieser fortgeschritten ist. Um einen Speiseröhrenkrebs eindeutig feststellen zu können, wird in den meisten Fällen eine Untersuchung mit dem Endoskop gemacht. Ein Endoskop ist ein schlauchförmiges Gerät, mit Hilfe dessen der Arzt mit einer Kamera die Speiseröhre untersuchen kann. Wenn sich bei der Endoskopie der Verdacht erhärtet, wird dabei verdächtiges Gewebe entnommen (Biopsie) und von erfahrenen Pathologen im CIO untersucht.

Weitere Untersuchungen können im Folgenden unter anderem ein CT von Brust- und Bauchbereich sowie Ultraschalluntersuchungen sein. Auf der Basis dieser Erkenntnisse erarbeiten die Ärzte im CIO dann eine individuelle Therapieempfehlung für den jeweiligen Patienten. Die Voraussetzung dafür ist eine gute Diagnostik und viel Erfahrung bei der Interpretation der Ergebnisse.

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den so genannten S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen in den Köln/Bonner interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Die IOP Speiseröhrenkrebs arbeitet an der Verbesserung der Massnahmen zur Diagnose und Therapie dieser Erkrankung.

Behandlung und klinische Studien

Abhängig von der Größe des Tumors entscheiden die Ärzte im CIO ob eine chirurgische Entfernung möglich ist. Je weiter der Tumor gewachsen ist, desto schwieriger wird es für den Chirurgen, den nötigen Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe einzuhalten. Außerdem werden den Patienten oft die Halslymphknoten entfernt um einer Metastasenbildung vorzubeugen. Ab einer bestimmten Tumorgröße ist es nötig, den chirurgischen Eingriff durch eine strahlen- oder chemotherapeutische Behandlung zu ergänzen oder gar ganz darauf auszuweichen.

Zur stetigen Verbesserung der Behandlung unserer Patienten mit Tumoren im Kopf-Hals-Bereich führen wir regelmäßig klinische Studien durch. In diesen klinischen Studien werden zum Beispiel neue Medikamente oder innovative Behandlungsmethoden getestet. Welche klinischen Studien es momentan für Patienten mit Speiseröhrenkrebs gibt und unter welchen Voraussetzungen die Patienten teilnehmen können, erfahren Sie unter Klinische Studien.

Unsere Ziele bei der Behandlung von Patienten mit Speiseröhrenkrebs:

  • Eine optimale, interdisziplinär mit unseren Partnern im CIO und unseren Zuweisern abgestimmte Behandlung unserer Patienten auf der Basis der neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse
  • Eine umfassende menschliche Betreuung unserer schwerkranken Patienten in enger Abstimmung mit dem Zentrum für Palliativmedizin
  • Die Verbesserung der Prognose von Patienten mit Speiseröhrenkrebs durch die Entwicklung personalisierter Therapieansätze und die Evaluation dieser in klinischen Studien

Supportive Maßnahmen

Begleitend zur therapeutischen Behandlung der Erkrankung ermöglichen wir allen schwer erkrankten Patienten immer auch die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv. Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit:

 CIO Ambulanz – Köln 0221 / 478-87660 · Bonn 0228 / 287-17059