Letzte Aktualisierung: 17.03.2017

Sport und Krebs

Aus der langjährigen Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln entstand 2012 ein deutschlandweit einzigartiges wissenschaftliches Projekt, die

„Onkologische Trainingstherapie" (OTT).

Früher galt für Krebspatienten: möglichst schonen und wenig Belastung! Das ist mittlerweile überholt. Heute sind Mediziner und Wissenschaftler von einem positiven Zusammenhang von körperlicher Aktivität und der Verfassung bzw. Psyche von Krebserkrankten überzeugt. Um diese Zusammenhänge wissenschaftlich zu überprüfen, wurde in den Räumen der Frauenklinik der Uniklinik Köln 2012 eine Trainingsfläche ausschließlich für Krebspatienten eingerichtet. Das Besondere daran: Mediziner, Psychologen und Sportwissenschaftler arbeiten unter einem Dach zusammen, und zwar dort, wo die Patienten auch medizinisch betreut werden.

Onkologische Trainingstherapie mit Ball
Krafttraining Onkologische Trainingstherapie

Trainingspläne individuell auf jeden Patienten abgestimmt

Speziell ausgebildete Therapeuten und die Ärzte stimmen sich zu den körperlichen Möglichkeiten und den Trainingszielen ihrer Patienten regelmäßig ab. Sie beobachten die Trainingserfolge und passen die Trainingspläne individuell an. Ihr Ziel: Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die therapeutische Praxis und Entwicklung von Trainingsempfehlungen für die häufigsten Krebserkrankungen.

Weitere Informationen zur präventiven und therapeutischen Wirkung von Sport und Bewegung finden Sie auch bei der Deutschen Krebsgesellschaft.

Sport in jeder Phase der Erkrankung

Wer regelmäßig Sport treibt, beugt einer Krebserkrankung vor. Man geht heute davon aus, dass sportlich aktive Menschen ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, um 20 bis 30 Prozent reduzieren können. Tritt eine Erkrankung trotzdem auf, haben Patienten, die vorher regelmäßig Sport getrieben haben, nachweislich ein geringeres Rückfallrisiko.

Klinischen Studien haben auch gezeigt, dass körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf den Verlauf einer Krebserkrankung haben, z. B. indem sich die Nebenwirkungen einer Chemotherapie reduzieren.

Eine Änderung des Lebensstils wirkt sich auch bei den Patienten positiv aus, die vor ihrer Erkrankung eher inaktiv waren. Auch in dieser Gruppe reduziert körperliche Aktivität nach einer Tumorerkrankung die Gefahr eines Rückfalls und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung.

 

Training mit Chip

Erleichtert wird die wissenschaftliche Begleitung des OTT-Projektes durch den Einsatz einer Chipkarte. Sie enthält Informationen, mit welcher Intensität der Patient trainieren soll und dokumentiert den Trainingsverlauf. Die Daten werden bei jeder Trainingseinheit aktualisiert und auf die Geräte der Firma Milon übertragen.

Milon Industries ist Kooperations- und Sponsorpartner des Projektes.

Sie haben Interesse, auf der Fläche der Onkologischen Trainingstherapie zu trainieren?

Das Angebot richtet sich sowohl an Patienten, die derzeit eine medizinische onkologische Therapie erhalten, als auch an Patienten, die sich bereits in der Nachsorge befinden. Wir bieten Menschen mit einer Krebserkrankung Bewegungsprogramme, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren und individuell an den Patienten und seine spezifische Bedürfnisse angepasst werden. Das Training wird an medizinischen Kraft- und Ausdauertrainingsgeräten durchgeführt.

PD Dr. Thomas Elter, Facharzt für Hämatologie und Onkologie, bespricht regelmäßig mit Sportwissenschaftler PD Dr. Freerk Baumann die Therapieerfolge und weiteren Maßnahmen.

Das Training wird von Diplom-Sportwissenschaftlern bzw. Physiotherapeuten der Arbeitsgruppe "Bewegung, Sport und Krebs" der Dt. Sporthochschule Köln, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, durchgeführt.

Wichtig für den Erfolg ist die individuelle Anpassung des Trainings auf die Patienten. Deshalb erhalten Sie bei Ihrem ersten Termin eine ausführliche Diagnostik, in der wir Ihre persönliche Krankheitsgeschichte, Ihre körperliche Verfassung und Ihre Ziele kennen lernen wollen. Hierzu möchten wir Sie bitten, zunächst einen Ersttermin mit uns zu vereinbaren. Bei Ihrem ersten Trainingstermin an den Geräten werden Sie von einem ausgebildeten Therapeuten angeleitet. Auch im weiteren Verlauf findet eine enge Betreuung durch das Team der OTT statt, wo Ihnen jederzeit ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Um Ihnen Ihren Trainingserfolg aufzuzeigen und Ihr Training auf Ihren aktuellen Leistungsstand anzupassen, führen wir regelmäßig eine Diagnostik durch.

Informationsblatt für Patienten (inkl. Öffnungszeiten)

Bitte klären Sie mit Ihrem behandelnden Arzt (z. B. Onkologe) im Voraus ab, ob evtl. Kontraindikationen für die Teilnahme an unserem bewegungstherapeutischen Programm bestehen. Für die Teilnahme an der Onkologischen Trainingstherapie benötigt jeder Patient eine medizinische Unbedenklichkeitsbescheinigung, die Sie sich bitte von Ihrem behandelnden Arzt ausstellen lassen.

Vorlage zur Medizinischen Unbedenklichkeitsbescheinigung

 CIO Ambulanz – Köln 0221 / 478-87660 · Bonn 0228 / 287-17059