Letzte Aktualisierung: 16.11.2017

Bewegung und Krebs

Im November 2012 gründeten das Centrum für integrierte Onkologie (CIO) Köln Bonn, die Uniklinik Köln und die
Deutsche Sporthochschule Köln ein bewegungstherapeutisches Trainingszentrum ausschließlich für onkologische Patienten:

Onkologische Trainigs- und Bewegungstherapie (OTT)

Früher galt für Krebspatienten: möglichst schonen und wenig Belastung. Das ist mittlerweile überholt. Heute sind Mediziner und Wissenschaftler von einem positiven Zusammenhang von körperlicher Aktivität und der Verfassung bzw. Psyche von Krebserkrankten überzeugt. Auf ca. 110 Quadratmetern werden Krebspatienten durch erfahrene und speziell qualifizierte Therapeuten im Rahmen der Versorgung aber auch von wissenschaftlichen Studien trainiert.

Weitere Informationen zur präventiven und therapeutischen Wirkung von Sport und Bewegung finden Sie auch bei der
Deutschen Krebsgesellschaft.

In dem Artikel Bewegung hilft gegen Fatigue bei Krebs erfahren Sie mehr über die Fatigue-Studie der OTT. (Quelle: Leben? Leben!)

Die Trainingsfläche ist mit verschiedenen Trainingsgeräten zum Kraft- und Ausdauertraining mit einem Chipkarten-System ausgestattet. Alle Patienten erhalten eine Chipkarte mit gespeicherten Daten zu den Trainingsintensitäten und Geräteeinstellungen und trainieren so entsprechend ihrer Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Das Chipkarten-gesteuerte Training ermöglicht eine sehr selbstständige und unkomplizierte Trainingsform.

Das Besondere daran: Mediziner, Psychologen und Sportwissenschaftler arbeiten unter einem Dach zusammen, und zwar dort, wo die Patienten auch medizinisch betreut werden.

Warum Bewegung und körperliche Aktivität bei Krebs helfen kan

Ausdauertraining Onkologische Trainingstherapie

Man geht heute davon aus, dass körperliche Aktivität das Risiko an Krebs zu erkranken reduzieren kann. Eine überzeugende Datenlage zeigt bereits, dass körperliche Aktivität einer Krebserkrankung vorbeugen kann.

Zudem konnte gezeigt werden, dass Patienten, die sich sowohl vor als auch nach der Diagnose regelmäßig bewegt haben, eine bessere Prognose aufwiesen die Krankheit zu überstehen. Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen legen darüber hinaus nahe, dass körperliche Aktivität bei bestimmten Krebsarten (u.a. Brust-, Dickdarm und Prostatakrebs) das Risiko eines Rezidivs senken können. Darüber hinaus kann körperliche Aktivität sogar während und nach der Behandlung einen positiven Einfluss auf verschiedene Nebenwirkungen der medizinischen Therapie nehmen.

Bewegungstherapie: Aktiv gegen Nebenwirkungen

Aktivität und Bewegung können einen positiven Einfluss auf verschiedene Nebenwirkungen der medizinischen Therapie nehmen. Hier finden Sie eine Übersicht über der häufigsten Nebenwirkungen, die durch das Training verbessert werden können.

Das Gefühl von ständiger, chronischer Erschöpfung (Fatigue-Syndrom) ist eine häufige Nebenwirkung, vor allem der Chemotherapie.

Eine Kombination von Kraft- und Ausdauertraining vermag dieses Fatigue-Syndrom zu reduzieren, sodass sich die Patienten wieder fitter fühlen und an mehr Aktivitäten des Alltags teilnehmen können. 

Regelmäßige körperliche Aktivität und Krafttraining können zu einer Reduzierung der subjektiv wahrgenommenen Gelenk- (Arthralgie) und Muskelschmerzen führen.

Periphere Sensibilitätsstörungen, auch Polyneuropathie genannt, machen sich meist in Händen und Füßen bemerkbar und können als Nebenwirkung der Chemotherapie auftreten.

Trainings- und Bewegungstherapie in Form von Gleichgewichtstraining und Vibrationstraining gelten zurzeit als vielversprechendster Ansatz zur Verbesserung der Polyneuropathie-Symptomatik. 

Es konnte beobachtet werden, dass gezieltes Schließmuskeltraining zu einer Verbesserung der Kontinenzraten führen kann.

Es ist sowohl vor operativen Eingriffen als auch während der medizinisch Therapie sinnvoll.

Sie haben Interesse, auf der Fläche der Onkologischen Trainings- und Bewegungstherapie zu trainieren?

Das Trainingsangebot richtet sich im Besonderen an Patienten, die derzeit und/oder in Zukunft im Rahmen einer onkologischen Erkrankung in medizinischer Behandlung sind. Auch nach Ende der medizinischen Behandlung können die Patienten im Rahmen der Nachsorge noch für mindestens 12 Wochen auf der OTT trainieren. Im Anschluss werden im gemeinsamen Dialog Möglichkeiten gesucht, zukünftig weiter sportlich aktiv zu bleiben und zielgerecht zu trainieren.

Kontakt aufnehmen?

Sie erreichen die OTT unter Tel. 0221/478-32993 oder E-Mail: ott(at)uk-koeln.de

Unser Vorgehen – die personalisierte Bewegungstherapie

Um mit dem Training auf der OTT zu beginnen, ist zunächst ein Termin für ein Erstgespräch zur Anamnese und eine erste Geräteeinstellung unter Anleitung eines Therapeuten vorgesehen.

Das Anamnesegespräch erfasst neben der onkologischen Diagnose und dem Behandlungsprotokoll auch die auftretenden Nebenwirkungen der Therapie, weitere bewegungstherapeutisch relevante Erkrankungen und die Zielsetzungen der Patienten. Diese Informationen werden in einem personalisierten Trainingsplan eingebunden und auf der Chipkarte gespeichert.

Das sollten Sie zu Ihrem ersten Termin mitbringen:

  • Medizinische Unbedenklichkeitsbescheinigung des behandelnden Arztes
  • Dokumente, die Ihre Krankheitsgeschichte und Ihre aktuelle gesundheitliche Situation (Krebserkrankung und andere Erkrankungen, z.B. Bluthochdruck, Diabetes) darstellen (aktueller Arztbrief, Blutbild etc.).
  • Eine Liste mit Medikamenten, die Sie regelmäßig bzw. in letzter Zeit eingenommen haben oder einnehmen.
  • Sportkleidung, in der Sie bequem trainieren können. Sportschuhe sollten geschlossene Schuhe mit rutschfesten Sohlen sein.
  • Handtuch und Gertränke
  • Umkleide/Wechselkleidung: Leider verfügen wir bislang nur über eine provisorische Umkleide und Duschmöglichkeit. In den Räumen der Frauenklinik stehen ein kleiner Umkleideraum und eine Dusche zur Verfügung

Bitte klären Sie mit Ihrem behandelnden Arzt (z. B. Onkologe) im Voraus ab, ob evtl. Kontraindikationen für die Teilnahme an unserem bewegungstherapeutischen Programm bestehen. Für die Teilnahme an der Onkologischen Trainings- und Bewegungstherapie benötigt jeder Patient eine medizinische Unbedenklichkeitsbescheinigung, die Sie sich bitte von Ihrem behandelnden Arzt ausstellen lassen.

Vorlage zur Medizinischen Unbedenklichkeitsbescheinigung

Informationsblatt für Patienten (inkl. Öffnungszeiten)

 

 CIO Ambulanz – Köln 0221 / 478-87660 · Bonn 0228 / 287-17059