Neuer Experte für die Therapie von Eierstockkrebs

Prof. Alexander Mustea leitet jetzt die Frauenheilkunde und Gynäkologische Onkologie am Universitätsklinikum Bonn

Feierliche Amtsübergabe: Prof. Wolfgang Holzgreve (li), Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Bonn, begrüßt Prof. Alexander Mustea, (re), neuer Direktor der Abteilung für Frauenheilkunde und Gynäkologische Onkologie am Universitätsklinikum Bonn, auf dem Venusberg-Campus;

Prof. Dr. Dr. h.c. Alexander Mustea übernimmt die Leitung der Abteilung für Frauenheilkunde und Gynäkologische Onkologie am Universitätsklinikum Bonn. Der 45-Jährige will das Therapie-Angebot unter anderem in Bezug auf neue innovative minimal-invasive Operationstechniken bei Krebs der Gebärmutterschleimhaut oder Gebärmutterhalskrebs sowie bei der gutartigen Endometriose ausbauen. Zusätzlich zu einem Zentrum für Endometriose plant er am Standort Bonn auch ein Zentrum für Uterine Sarkome, eine Gruppe seltener bösartiger Tumore der Uterusmuskulatur oder des uterinen Bindegewebes. Nach Beginn seiner ärztlichen Laufbahn an der Berliner Charité war Prof. Mustea bis jetzt elf Jahre stellv. Direktor und leitender Oberarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universitätsmedizin Greifswald. Dort gründete er das erste Gynäkologische Tumorzentrum in Mecklenburg-Vorpommern. Als Gastprofessor an der Medizinischen Universität „Nicolae Testemitanu“ in Chisinau ist Prof. Mustea weiterhin seiner Heimat, der Republik Moldau, verbunden.

„Nur bei jeder fünften Betroffenen wird Eierstockkrebs im Frühstadium erkannt. Und nur dann besteht die Chance, einen Eierstock zu retten“, sagt Prof. Mustea. Da es praktisch keine Früherkennungs-Symptome gibt, ist die Diagnose schwierig. Bei 80 Prozent der Betroffenen hat der Eierstockkrebs bei Diagnosestellung bereits in den Oberbauch gestreut. „Mit dem Ziel der Tumorfreiheit entfernen wir dann alle sichtbaren Tumore. Doch so ein Eingriff ist komplex. Er gelingt nur fächerübergreifend mit Chirurgie, Urologie, Onkologie, Strahlentherapie und Radiologie. Unsere Stärke am Bonner Standort ist auch, dass wir eine sehr gute onkologische Psychosomatik haben“, sagt Prof. Mustea, der bezüglich solcher multiviszeralen Operationen eine hohe Expertise hat. Unbedingt rät der neue Direktor allen Frauen, wegen der Chance, einen Tumor möglichst früh zu erkennen, jedes Jahr zur Krebsvorsorge beim Gynäkologen zu gehen.

Wohl der Patientinnen im Fokus seiner Tätigkeit

Prof. Mustea möchte seinen Patientinnen die beste und modernste Medizin anbieten. Mit seiner Forschungsarbeit will er offene Fragen bei gynäkologischen Tumoren beantworten. „Die Ergebnisse onkologischer Behandlungen können wir nur im Rahmen translationaler, also fächer-übergreifender, Forschung gemäß dem Motto ‚Vom Labor ans Krankenbett’ verbessern“, sagt Prof. Mustea. Daher leitet er mehrere große gynäkologisch-onkologische Studien. Zudem hat er die bisher einzige Studie in Deutschland zu uterinen Sarkomen initiiert – und zwar dem extrem seltenen Leiomyosarkom, einem Tumor von Weichgeweben der Gebärmutter. Sein wissenschaftliches Interesse gilt besonders der genetischen und molekular-biologischen Forschung mit Blick auf die personalisierte Medizin. Zudem erforscht er vorbeugende und prognostische Faktoren bei gynäkologischen Tumoren. „Bei allen Aufgaben steht für mich immer das Wohl meiner Patientinnen im Mittelpunkt“, sagt Prof. Mustea.

Immer auf der Suche nach noch besseren OP-Techniken

Einen weiteren klinischen und wissenschaftlichen Fokus legt Prof. Mustea auf minimal-invasive operative Therapien – schonende Techniken mit möglichst geringem Operationstrauma – bei gynäkologischen Tumorerkrankungen. „Dabei liegt neben der größtmöglichen Sicherheit bei der Tumorbehandlung mein besonderes Augenmerk auf dem nervenschonenden und organerhaltenden Therapieansatz“, sagt Prof. Mustea.

Zudem kann gerade die Endometriose minimal invasiv gut behandelt werden. Hier setzt der neue Direktor auch den Da Vinci-OP-Roboter ein. Bei dieser gutartigen Erkrankung siedeln sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle an. Betroffene Frauen leiden unter starken Unterleibsschmerzen vor und während der Regelblutung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie Unfruchtbarkeit. „Es kann bis zu zehn Jahre bis zur richtigen Diagnose dauern. Die betroffenen Frauen werden daher nicht behandelt. Sie werden oft nicht schwanger“, sagt Prof. Mustea. Außerdem möchte der neue Direktor das Angebot der Behandlung von Senkungen der Geschlechtsorgane und Blasenfunktionsstörungen erweitern.

Ausbildung liegt ihm am Herzen

Prof. Mustea ist es sehr, wichtig, dass seine Patientinnen auch nach der Behandlung in seiner Abteilung gut betreut werden. „Ich will Ansprechpartner für meine niedergelassen Kollegen sein“, betont er. Ebenso sucht er den Austausch mit Angehörigen sowie Selbsthilfegruppen und möchte sie stärker einbeziehen. Zudem legt er großen Wert auf die Ausbildung zukünftiger Gynäkologen. Er möchte Studierende motivieren, in seiner Abteilung das Praktische Jahr und später auch den Facharzt sowie die Promotion zu machen: „Unser Ziel ist, sie fit zu machen für eine gute Medizin.“

„Mein Hobby sind meine Kinder“

In den derzeitigen Sommerferien in NRW erforscht der Neu-Bonner mit seinen beiden Kindern im Alter von sechs und zwölf Jahren die Stadt und Umgebung mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten. „Bonn ist kulturell unschlagbar“, sagt Prof. Mustea, der seine wenige freie Zeit allein der Familie widmet.

Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Alexander Mustea
Direktor der Abteilung für Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie
Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15444
E-Mail: alexander.mustea@ukbonn.de

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