Pionierarbeit zur psychosozialen Belastung von Krebspatienten

Versorgungsforscher Kusch veröffentlicht Informationsgrafiken mit Grundlagenwissen

„Die Diagnose Krebs erhöht die psychische Belastung von Menschen“
Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, war bislang lediglich eine Annahme, die durch wissenschaftliche Daten nicht hinreichend abgesichert war. Um in diesem Bereich eine verlässlichere Datengrundlage zu schaffen, hat der Kölner Versorgungsforscher PD Dr. Michael Kusch die Daten aus über 5.000 Befragungen von Krebspatienten ausgewertet und unter anderem auch Antworten von Menschen aus der Allgemeinbevölkerung gegenüber gestellt. Entstanden ist ein umfassendes Bild zur psychischen Verfassung von Männern und Frauen zu Beginn und im Verlauf ihrer Krebstherapie.

„Jeder zweite Patient leidet zu Beginn einer Therapie an ausgeprägten psychischen Belastungen“
Auch diese Aussage ist eine nun abgesicherte Erkenntnis aus der Arbeit des Versorgungsforschers am Centrum für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln. Außerdem: Wenn es einem Patienten zu Beginn seiner Krebstherapie in psychischer Hinsicht gut geht, dann bleibt diese geringe psychische Belastung in über 85 Prozent der Fälle auch über einen Zeitraum von 12 Monaten bestehen. Leidet ein Krebspatient dagegen zu Therapiebeginn unter hoch ausgeprägten Ängsten und Depressionen, dann bleibt diese Belastung zu 37 Prozent bestehen, zu 63 Prozent vermindert sie sich jedoch innerhalb der ersten vier Monate nach der Krebstherapie. Diese Verbesserung sei abhängig von der Schwere der Krebserkrankung, von dem Zeitraum seit Therapiebeginn, aber auch von der Intensität der psychoonkologischen Versorgung, so der Versorgungsforscher.

Aufgrund der großen Zahl der Befragten sind sogar Aussagen über den Belastungsgrad bei verschiedenen Krebsdiagnosen sowie unterschiedlichen soziodemografischen Aspekten wie Alter und Familienstand möglich – zum Beispiel, dass an Brustkrebs erkrankte Frauen, die zu Beginn ihrer Therapie zwischen 41 und 50 Jahre alt sind, die intensivsten Ängste empfinden.

Insgesamt haben Dr. Kusch und sein Team über 70 Kernaussagen zur psychischen Belastung von Krebspatienten erarbeitet und in Form informativer Grafiken aufbereitet*. Die Besonderheit dieser Arbeit liegt in der sehr großen Zahl der Befragten (3.261 Frauen und 1.747 Männer) sowie darin, dass die Daten während der psychoonkologischen Routineversorgung in relevanten Phasen der Krebstherapie und Krebsnachsorge - vorwiegend kurz nach stationärer Aufnahme und Krebsdiagnose - erhoben wurden.

„Ziel der Informationsgrafiken ist es, von Krebs betroffenen Menschen und der interessierten Fachöffentlichkeit und Bevölkerung bereits zu Beginn der Krebstherapie Informationen über die psychische und psychosoziale Verfassung von Krebspatienten bereitzustellen“, erklärt Dr. Kusch. Auch für Ärzte und Pflegekräfte ist die neue Datenbasis eine wichtige Ergänzung für die ganzheitliche Patientenversorgung.

Alle Informationen zur Methode und die mehr als 70 Infografiken finden Sie auf der Webseite vom Verein LebensWert, der einen Großteil der psychoonkologischen Versorgungsangebote an der Uniklinik Köln erbringt.



 *Die Aufbereitung der Ergebnisse in Form von Grafiken erfolgte mit Hilfe der finanziellen Unterstützung von Pfizer Deutschland.

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