Psychoonkologie-Projekt isPO: Versorgungspartner in NRW stehen fest

Der Innovationsfonds der Bundesregierung unterstützt mit 9,1 Millionen Euro das vermutlich größte Projekt, das zur Psychoonkologie in Deutschland jemals durchgeführt wurde. Ziel des Projektes ist es, bis 2022 ein Konzept für eine flächendeckende Versorgung von Krebspatienten mit psychoonkologischen Leistungen im Krankenhaus und im niedergelassenen Bereich zu definieren sowie dafür geeignete Strukturen, Prozesse und Leistungsumfänge in der intersektoralen Versorgung zu benennen.

Personen vlnr: Dr. rer. medic. Steffen Krebs, Bereichsleiter Qualitäts- und Zentrenmanagement CIO, Uniklinik Köln / Prof. Dr. Ullrich Graeven, Leiter des Onkologischen Zentrums der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und Vorstandsvorsitzender der Krebsgesellschaft NRW / Dr. Gerdamarie Schmidt, Fachärztin für Anästhesie, Psychotherapie, Psychoonkologie, GFO Kliniken, Standort St. Josef-Hospital Troisdorf / PD Dr. phil. Michael Kusch, isPO-Projektleiter, Psychoonkologische Versorgungsforschung in der Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor Klink I für Innere Medizin und CIO, Uniklinik Köln / Dr. Lars Galonska, Oberarzt, Sektionsleitung Hämatologie und Onkologie, Johanna Etienne Krankenhaus, Neuss / Anna Arning, stellv. Geschäftsführerin Krebsgesellschaft NRW, Düsseldorf / Lukas Matyschik, Leiter Qualitäts- und Risikomanagement und Netzwerkkoordinator Johanna Etienne Krankenhaus Neuss / Dipl.-Psychologin Christiane Karlowsky, Psychoonkologie DKG, GFO Kliniken, Standort St. Josef-Hospital Troisdorf

Ein wichtiger Meilenstein wurde im März 2018 erreicht: Neben der Versorgung der Patienten am Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Uniklinik Köln, werden in das Projekt drei weitere, nicht-universitäre Standorte als Partner in den NRW-Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf einbezogen. Mit Blick auf die wohnortnahe Betreuung von Patienten kann auf diese Weise bereits in der Projektphase ein realistisches Szenario psychoonkologischer Versorgung in Deutschland entwickelt werden. Mit den kooperierenden Standorten in Troisdorf, Neuss und Mönchengladbach wurden diese Partner gefunden. Sie unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung.

An allen Standorten werden in den kommenden Monaten psychoonkologische Versorgungsnetzwerke aufgebaut, an denen neben den Kliniken auch onkologische Versorger aus dem niedergelassenen Bereich beteiligt sind. Jedes dieser regionalen Netzwerke wird geleitet von einem ärztlichen Vertreter des Onkologischen Zentrums sowie einem niedergelassenen Kassenarzt. Für Administration und Qualitätssicherung gibt es je einen Netzwerkadministrator. Aufbau, Organisation und Koordination der Netzwerke werden im Projekt von der Krebsgesellschaft NRW unterstützt und begleitet.

 „Als Netzwerkpartner wurden onkologische Zentren ausgewählt, die vorab definierte Kriterien erfüllen.“ erklärt Anna Arning, stellv. Geschäftsführerin bei der Krebsgesellschaft NRW.

Die kooperierenden stationären Einrichtungen sind zertifizierte Zentren, die eine ausreichende Zahl an onkologischen Erstdiagnosen aufweisen und bereits eine psychoonkologische Basisversorgung vorhalten. Kooperierende ambulante Einrichtungen sind Arztpraxen mit KV-Zulassung, einem zertifizierten QM-System sowie mindestens einem speziell qualifizierten Facharzt. Zudem wurde darauf geachtet, dass neben der Metropole Köln über die drei regionalen Standorte auch Ober- und Mittelzentren sowie der ländlichen Raum abgebildet sind.

"Engagierte und motivierte Partner zu finden, war für den Erfolg des Projektes enorm wichtig“, so Professor Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin am Universitätsklinikum Köln und der federführenden Einrichtung im isPO-Projekt.

Die Kooperation mit den Kliniken und Praxen wird insgesamt über fast drei Jahre bestehen und bedeutet für alle Mitwirkenden einen entsprechenden Mehraufwand über eine lange Zeit. In diesem Zeitraum werden insgesamt knapp 3.500 Patienten psychoonkologisch versorgt. Dabei wird genau erfasst, welche Maßnahmen zum Einsatz kommen und wie die psychoonkologischen Versorgungsangebote bei jedem Patienten wirken. Hierzu muss die Versorgung nicht nur konzeptgetreu umgesetzt, sondern auch systematisch dokumentiert werden, denn darauf beruhen später die Analysen und Konzepte für die angestrebte Versorgung in ganz Deutschland.

Integrierte, sektorenübergreifende Psychoonkologie (isPO)
An dem auf vier Jahre angelegten Projekt isPO wirken insgesamt 15 Partner aus allen Sektoren des Gesundheitswesens mit, die an der Entwicklung, Erbringung und Evaluierung psychoonkologischer Leistungen beteiligt sind. Projektstart war der 1. Oktober 2017, die Projektleitung liegt beim der Psychoonkologischen Versorgungsforschung der Klinik I für Innere Medizin am Universitätsklinikum Köln, vertreten durch Priv.-Doz. Dr. Michael Kusch. Das Projekt wird im Ballungsraum Köln sowie an drei regionalen Standorten in NRW (Neuss, Troisdorf, Mönchengladbach) über ärztlich geleitete Netzwerke realisiert. Je nach individuellem Bedarf erhalten Krebspatienten dort eine gestufte psychosoziale und/oder psychotherapeutische Versorgung. Diese beginnt zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose und wird über einen Zeitraum von 12 Monaten sektorenübergreifend erbracht.

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